Innenraum der Kirche Sainte-Trinité von Morsan

Wochen nach dem 14. Juli komme ich endlich dazu, den Rest der Fotos zu sichten.

Über die Kirche (Selbstdiebstahl aus Wikipedia): “Die Kirche de la sainte Trinité (heilige Dreifaltigkeit) stammt aus dem 13. Jahrhundert, aus jener Zeit ist nur das Kirchenschiff erhalten geblieben. Im 17. Jahrhundert wurden größere Fenster eingesetzt. Der Chor stammt aus dem Ende des 17. Jahrhunderts. In der Kirche befinden sich mehrere Objekte, die als Monument historique (historisches Denkmal) klassifiziert sind.”

Ein großer Altaraufsatz aus der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit korinthischen Säulen, der ein Tabernakel enthält. Rechts steht in einer Nische eine Skulpturengruppe aus Holz, die unter anderem den Erzengel Gabriel zeigt. Links steht eine Holzstatue, die Germanus von Auxerre darstellt. In der Mitte befindet sich ein Gemälde aus dem 19. Jahrhundert, das die Heilige Familie darstellt.
Eigenes Foto, auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC by SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Germanus von Auxerre, Saint Germain. Und unter ihm das Wappen der Le Sens de Morsan. Ja, das hab ich von unten fotografiert, ich bin nicht 4m hoch und hatte keine Leiter dabei, auch keinen Propellerrucksack o. Ä.. Eigenes Foto, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported

Außerdem befinden sich dort fünf Betstühle aus dem 18. Jahrhundert im Stil Louis-seize. Die Betstühle hab ich ja leider verpasst. Vielleicht im September. Sie sehen so unspektakulär aus…

Ein denkmalgeschütztes Adlerpult aus dem Ende des 17. Jahrhunderts im Stil des Louis-quatorze. Eigenes Foto auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Der putzige Adler von der Seite. Eigenes Foto auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

In der Kirche hopste auch ein Historiker herum, der aber nicht besonders viel Ahnung zu haben schien. Ja, ich weiss, das klingt komisch, wenn ich so etwas sage. Er dachte, dass das hiesige Schloss aus dem 19. Jahrhundert sei und erzählte mir eine total hanebüchene Geschichte davon, dass die Preussen es abgebrannt hätten, weshalb der Marquis Le Sens de Morsan vor Kummer gestorben sei. So einen Mist hatte ich lange nicht gehört. Nein, die Preussen haben es nicht abgebrannt. Jemand hat wohl gezündelt und dabei hat es die alte Treppe erwischt, aber ich dachte, dass seien die Revoluzzer gewesen. Jedenfalls hielt sich der Schaden in Grenzen und der Marquis ist nicht deshalb gestorben. Davon mal ab starb er in den 1930ern, da hätte er noch ziemlich lange gewartet, bis er vor Kummer gestorben wär. Als ich ihm von der Anoblierung der Le Sens berichtete und vor allem davon , dass sie im 15. Jahrhundert laut der Recherche de Montfaut nicht adelig waren, meinte er, dass die Gräber der Le Sens in der Kirche wohl deshalb den Namen “de Sens” trügen. Ehrlich gesagt, kommen mir die Gräber ein bisschen spanisch vor. Ich frag mich, ob die nicht viel später so bemalt wurden.

Linke Seite der Grabstätte. Müsste das nicht “du” Sens heissen? Komisch ist das. Eigenes Foto, auf Wikimedia Commons, Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Ausserdem war dieser Familienzweig meiner Erinnerung nach gar nicht Comte de Sens, das waren die Le Sens de Folleville, die u.A. in Giverville hausten. Das Wappen mit den drei Weihrauchpötten ist aber sehr schön. Eigenes Foto, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported

1600… irgendwas sagt mir, dass das Datum ganz willkürlich gewählt wurde, weils so schön rund ist. Eigenes Foto, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported

Morsan war früher eine eigene Pfarrgemeinde und hatte eine Confrérie de Charité. Heute gehört Morsan zur Pfarrgemeinde Montfort-sur-Risle und zur Confrérie de Charité von Giverville.

Dieses Prozessionsbanner stammt aus dem 19. Jahrhundert. Eigenes Foto auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported

Prozessionsbanner, Sterne und Kleidung sind gestickt, Gesichter und Hände sind gemalt und aufgenäht. Sowas wurde im 19. Jahrhundert in Fabriken hergestellt. Eigenes Foto, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported

Fenster mit Prozessionskerzenständern. Eigenes Foto auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported

Besonders reich verzierter Prozessionskerzenständer. Eigenes Foto, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported

Chorgestühl. Damit die Alten, Kranken und/ oder Schwachen quasi stehen können. Eigenes Foto, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported

Seitenaltar. Eigenes Foto, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported

Zu beiden Seiten der Kanzel kann man Reste der Litre seigneuriale sehen. Dieses “Trauerband” soll bis zum 15. September freigelegt werden. Deshalb turnte dort auch der oben erwähnte Historiker herum.

Kanzel. Eigenes Foto, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported

Hier sieht man ganz gut, dass unter der Farbe ein schwarzer Streifen verborgen ist. Hoffentlich findet man da noch Wappen drauf. Es bleibt spannend. Eigenes Foto, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported

Beichtstuhl, Tauf- und Weihwasserbecken, alles in einer Ecke. Die Kirche ist recht klein und war am 14. Juli bis zur letzten Notbank belegt. Eigenes Foto, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported

Weitere Informationen

Morsan auf der Seite des Kommunalverbands (französisch)

Morsan in der Base Palissy des Ministère de la Culture (französisch)

Tage des offenen Denkmals 2012

Tag des offenen Denkmals 2012 in der Kirche von Morsan

Creative Commons License
Innenraum der Kirche Sainte-Trinité von Morsan by stanze is licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported License.

2 thoughts on “Innenraum der Kirche Sainte-Trinité von Morsan

  1. [...] 14. July 2012 traf ich einen Historiker, der gerade seinen Vortrag und das Innere der Kirche de la Trinité von Morsan für die Tage des offenen denkmals 2012 vorbereitete. Er erzählte mir totalen Mist über den [...]

  2. [...] 16. September gab es nachmittags Vorträge über das Kircheninnere der Kirche Sainte-Trinité und die Marquis Le Sens de Morsan. Schon von draußen war alles anders als sonst. Die Tür ist [...]

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