das verlorene Portrait des Herrmann Moritz von Sachsen

Vor ein paar Jahren dachte Chefin sie hätte vielleicht das Portrait des Maurice de Saxe von Hyacinthe Rigaud auf einem Flohmarkt gefunden.gefunden. Hélas, non. Leider nein, es war nur eine der zahlreichen Kopien.
Hermann Moritz Graf von Sachsen, auch bekannt als „maréchal de saxe“ (Marschall von Sachsen), (geboren am 28. Oktober 1696 in Goslar (da bin ich auch geboren😀 ; gestorben am 30. November 1750 in Chateau Chambord) war ein deutscher Feldherr und Kriegstheoretiker in französischen Diensten.
Er hat selbst Bücher über den Krieg verfasst und es wurden Bücher über ihn geschrieben. In deutscher Sprache unter anderem Moritz von Sachsen – Marschall von Frankreich von Gerd Treffer und Moritz von Sachsen – Bastard und Marschall: Die Geschichte eines französischen Marschalls aus Goslar. Moritz von Sachsen war der Sohn von August dem Starken und dessen Geliebten Gräfin Aurora von Königsmark.

Hyacinthe Rigaud (auch bekannt als Hyacinthe-François-Honoré-Mathias-Pierre Martyr-André Jean Rigau y Ros, auf jeden Fall reich an Namen) (geboren am 18. Juli 1659 in Perpignan, Frankreich; gestorben am 29 Dezember 1743 in Paris) war der bedeutendste Porträtmaler des französischen Ancien Régime (französische Regierung vor der Revolution).

Unter anderem wurde das Portrait von Johann Georg Wille (geboren 5. November 1715 in Dünsberg nahe Gießen; gestorben 5. April 1808 in Paris) kopiert. Wille war ein Kupferstecher und Rigaud erteilte ihm die Erlaubnis alle Portraits die Rigaud gemalt hatte zu kopieren. In seinem Pariser Atelier gingen deutsche und französische Künstler ein und aus und er wurde schliesslich selbst berühmt.


Das ist der Kupferstich von Maurice de Saxe den Johann Georg Wille machte. Es war eine Kopie des verlorenen Portraits von Rigaud. Ich habe dieses Bild auf einen ungarischen Seite über ungarische Geschichte gefunden.

In Frankreich war Maurice de Saxe eine Art Popstar (für damalige Verhältnisse). Besonders nachdem er die Schlacht bei Fontenay (in Belgien) gegen den englischen Prinz William, Duke of Cumberland gewonnen hatte.

Wie auch immer … das Original ist verschollen. Und wir haben nur den Kupferstich und diverse Kopien, und Kopien der Kopien.

So wie diese

ein japanisches Medaillon (Ende 18. Jahrhundert).
Es war Bild der Woche des Museums für ost-asiatische Kunst in Köln im März 2002. Zur Erläuterung zieht das Museum hier einen Text von Frieda Fischer (1874-1945) heran, die früher Direktorin des Museums gewesen ist.
Moritz von Sachsen und eine japanische Schöne! Wie reimt sich das? Sicher ist, daß Moritz von Sachsen Japan nie betreten, und auch, daß zu jener Zeit eine Japanerin in Europa nicht geweilt hat. Denn jedem Japaner war es damals bei Todesstrafe verboten, sein Land zu verlassen.

Holland war zu jener Zeit das einzige Land, das zu Japan Beziehungen hatte, nur Holländern war es erlaubt, auf japanischem Boden zu leben und dort Handel zu treiben.

Wer gab den Auftrag zur Anfertigung unserer Bildnisse? War es ein Holländer, der den politischen und militärischen Gegner, dessen galante Liebesabenteuer bekannt waren, verhöhnen wollte? War es ein mokanter Franzose, der damit sagen wollte, daß das Liebesverlangen dieses Genüßlings – soll er doch sogar der Liebhaber der Pompadour gewesen sein – bis nach Japan strebte? Oder endlich, war es ein Höfling aus dem Kreise Augusts des Starken, dessen Vorliebe für Chinoiserien und Japonnerien sich in den noch heute erhaltenen Sammlungen in Dresden kundgibt? Wer wohl hat dem berühmten Marschall diese japanische Priesterin der Liebe zugesellt? Denn sie ist eine solche. Ihre Kleidung, der vorn zusammengeschlungene Gürtel und die großen Pfeile im Haar, zeigen es.

Eine Schöne, gemalt im Stil der japanischen volkstümlichen Schule, der Ukiyoye, die ihre Wirkung in Eleganz und Klarheit der Linie findet, einer Linie, die modelliert, ohne der Schatten zu bedürfen.
Die Wiedergabe des Bildnisses Moritz von Sachsens aber ist nicht die Erfindung eines japanischen Kopfes. Der japanische Pinsel kennt nicht die Art der Schraffierung, der parallellaufenden oder sich kreuzenden Linien, die hier schnell in die Augen fallen. Das ist die Art des europäischen Kupferstiches.

Der Kupferstich von Wille befindet sich heute im Kupferstichkabinett in Dresden (Germany). Das Medaillon wurde in Japan gefunden. Wer immer es bestellt hat, hatte es nie abgeholt.

Maurice de Saxe ist der Urgrossvater von George Sand einer französischen Schriftstellerin, die neben Romanen auch zahlreiche sozialkritische Beiträge veröffentlichte, in denen sie die Emanzipation der Frauen einforderte.

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