Hercule, der Bock, der Türen öffnen konnte

Hercule

Hercule wurde 2003 geboren, er ist benannt nach Hercule Poirot, einer fiktiven Romanfigur von Agatha Christie.

Seine Mutter hatte 3 Lämmer getragen, was eigentlich immer Probleme bei der Geburt verursacht. 2 Lämmer wurden geboren, Hercule und sein Bruder. Da dachten wir das wärs. Hercule wurde nicht angenommen. Sein Bruder schon. Die Mutter war mit mehr Wehen beschäftigt, aber das sahen wir nicht. Wir nahmen den sehr mickrigen Hercule mit ins Haus. Er bestand hauptsächlich aus Ohren und konnte gar nicht richtig laufen.

Hercules Mutter 2005

Hercules Mutter 2005

Wir hatten noch etwas Ovibion von unseren Vorgängern, das ist Milchpulver für Lämmer.
Am nächsten Morgen fand ich Hercules Mutter auf der Weide liegend vor. Hercules Bruder lag in der Nähe und war stark unterkühlt. Wir haben die Tierärztin geholt und sie hat das dritte Lamm aus der Mutter rausgezogen. Dann haben wir Hercules Mutter in den Stall geschafft. Sie war drei Wochen lang krank, wegen der toxischen Stoffe, die durch das in ihr gestorbene Lamm ausgeschüttet worden waren. Mit täglicher Fütterung, Krankengymnastik und schliesslich aus raus und reintragen wurde sie wieder gesund.

Hercules Bruder habe ich mit ins Haus genommen und versucht ihn zu wärmen. Warmes Wasser, rubbeln und so weiter. Er hat auch ein bisschen getrunken. Er war viel grösser als Hercule, aber er hat die Nacht nicht überlebt.

Hercule war ein munteres Lamm. Nach dem Tod seines Bruders schlief er in meinem Bett, mit einer Windel an. Zuerst blökte er alle zwei Stunden nach dem Fläschchen. Dann wurden die Abstände immer grösser. Bald konnte er auf einer Matratze neben meinem Bett schlafen. Laufen konnte er dann auch sehr gut. Nur mit dem Schafsein haperte es. Leider habe ich keine Fotos von Hercule als Lamm. Ich habe aber mal ein animiertes .gif gemacht von Hercule auf der Couch.

Hercule und Hercule auf dem Sofa.

Hercule und Hercule auf dem Sofa.

Abends hat er immer auf dem Sofa gelegen und Fernseh geguckt. Dabei hat er wiedergekäut und ist schliesslich eingepennt.

Stubenrein ist er zwar nicht geworden aber er hat immerhin draussen gepinkelt. Schafköttel lassen sich glücklicherweise leicht entfernen.
Er konnte auch Türen öffnen indem er sich auf die Klinke stellte.

Als Chefin im Sommer hier war hat sie ein paar Fotos gemacht, die ich heute eingescannt habe.

Markus, Hercule und ich im Sommer 2004.

Markus, Hercule und ich im Sommer 2003.

Hercule und stolzer Phex im Cottage.

Hercule und stolzer Phex im Cottage

Phex hat Hercule immer gereinigt, genau wie er das später bei Daffne gemacht hat.

Hercule auf der Treppe im Schloss.

Hercule auf der Treppe im Schloss.

Wie sauber Hercule auf den Fotos aussieht… er war halt ein Wohnungsschaf.
Als er so gross war, konnten wir ihn nicht mehr zum Schlafen die Treppe hochtragen, deshalb bin ich nach unten umgezogen und Hercule hat auf dem Hundebett geschlafen.

Aber er wollte immer noch kein normales Schaf sein. Ich habe dann immer so getan als würde ich draussen Gras essen. Im September war ich schon leicht verzweifelt und fragte mich ob ich auf der Weide schlafen müsste. Aber dann hat er doch noch die Kurve gekriegt und das ist Kumpels Verdienst.
Kumpel war ein Sohn von Schwarzköpfchen. Er und Rehlein haben früh begriffen, dass es bei uns oft Granulé und Möhrchen gibt, und das man da etwas abstauben kann. Sie waren unzertrennlich. Kumpel und Hercule blieben unzertrennlich. Deshalb habe ich sie schliesslich auch zusammen verkauft, was total traurig war.

Rehlein mit ihrer Mutter 2003.

Rehlein mit ihrer Mutter 2003.

Kumpel 2004 nach der ersten Schur.

Kumpel 2004 nach der ersten Schur.

Kumpel das Model.

Kumpel das Model.

Kumpel und Phex.

Kumpel und Phex.

Kumpel guckt Phex hier zwar ipschig an, er war aber der liebste aller Böcke. Er fand es toll hinter den Ohren gekrault zu werden, ganz im Gegensatz zu Hercule, der, als er schliesslich ausgezogen war, sehr rebellisch wurde. Seine Einstellung schien eher zu sein: “kraul mich nicht, ich bin doch kein Baby mehr.”

Hercule 2004 nach der ersten Schur.

Hercule 2004 nach der ersten Schur.

Ich hatte versucht beide zu kastrieren und bei beiden hat es nicht geklappt. Hercule hat schliesslich der Tierarzt kastriert. Der war nicht begeistert so einen (ein halbes Jahr) alten Bock zu kastrieren.
Wir haben Hercule im Polo zum Tierarzt gefahren, dort haben wir ihn zu dritt festgehalten. Der Tierarzt machte einen Schnitt, band ein Tuch um die Hoden und rollte die Hoden mit den Samensträngen heraus. Und warf sie auf den Boden. Die waren schon gross wir Grapefruits.
Die Wunde blieb offen und ich hab jeden Tag “Bleu” (antibiotisches Spray) draufgemacht.
Kumpel haben wir einfach gegen den Willen von Chefin behalten und er hat daraufhin die Schafdamen beglückt. Er war ein sehr galanter Schafkavalier und hat jede Dame sehr lange umgarnt.
Ab und zu haben sich Hercule und Kumpel angegriffen, aber immer wieder sofort vertragen.

Sie blieben nicht lange so stromlinienförmig. Kumpel hatte immer ziemlich schlechte Wolle, aber Hercule hatte einen tollen Wollpelz.

Hercule vor dem Cottage.

Hercule vor dem Cottage 2005.

Dieses Jahr (2008) waren beide superfett. Ich musste Kumpel verkaufen, weil zuviel Inzucht nicht gerade gut für die Schafe ist. Ich fand es aber sehr schwierig ihn zu verkaufen. Vor 2 Jahren hatte ein Nachwuchsbock ihn ziemlich am Kopf verletzt und er hatte im Sommer deshalb Migränephasen, wo er sich wochenlang in einen kleinen Stall zurückzog der nahe dem Schloss ist. Dann wollte er keine anderen Schafe sehen, ausser natürlich Hercule. Hercule hatte wegen seines Gewichtes Fussprobleme. Ich habe sie aber trotzdem noch scheren lassen. Dabei hat sich dann auch der Schäfer beschwert, ich solle die beiden verkaufen. Das hab ich dann schweren Herzens getan. Von dem Geld, und von dem Geld für ein paar Bocklämmer wurden dieses Jahr die Impfungen für die Hunde und Katzen bezahlt.

Der wollige Hercule im Frühjahr 2008.

Der wollige Hercule im Frühjahr 2008.

Kumpel auf dem Weg zum Cottage 2008.

Kumpel auf dem Weg zum Cottage 2008.

Er war ein Charakterbock.

Er war ein Charakterbock.

Kumpel am Cottage.

Kumpel am Cottage.

Hercule nach der Schur 2008.

Hercule nach der Schur 2008.

Ich vermisse meinen dicken Quasisohn.

Ich vermisse meinen dicken Quasisohn.

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