Kampf für Tibet-Autonomie gescheitert

Laut Reuters schliesst China erneut eine Unabhängigkeit Tibets aus.
“Die Tür für irgendeine Form von Selbstständigkeit habe nie offen gestanden und werde dies auch in Zukunft nicht tun, sagte ein hochrangiges Mitglied der Kommunistischen Partei (KP) am Montag.
Das Regierungsmodell für ethnisch autonome Regionen sei perfekt und bedarf keiner Überarbeitung.”

Letztere Ausage ist entweder zynsich oder absurd. Das Regierungsmodell ist insofern perfekt für China als es ein Maximum an Unterdrückung der Bevölkerung der besetzten “Region” bietet und ausserdem ein Maximum an Gewinn für China.

14. Dalai Lama Tenzin Gyatso

14. Dalai Lama Tenzin Gyatso

Und Agence France Press meldete am 4. November: “Der Dalai Lama sieht den Kampf um eine größere Autonomie Tibets als gescheitert an.”

1950 hatte China das damals unabhängige Tibet besetzt. Der Dalai Lama war vor seiner Flucht 1959 das tibetische Staatsoberhaupt und ist ein hochrangiger Mönch der Gelugpa, eines Zweiges des tibetischen Buddhismus. Er war ausserdem das Oberhaupt der tibetischen Exilregierung, die sich um die belange der Tibeter in Indien und in der Welt kümmert.

Im Laufe der Jahre hat China so viele Chinesen in Tibet angesiedelt, dass die Zahl der Chinesen in Tibet heute die Zahl der Tibeter übertrifft.

Der Deutsche Bundestag stellte im Jahr 1996 mit einer sehr großen Mehrheit die gewaltsame Unterdrückung Tibets und Repressionspolitik Chinas fest:
„Beginnend mit den unmenschlichen Militäraktionen seit dem Einmarsch Chinas im Jahr 1950, dauert die gewaltsame Unterdrückung Tibets und seines Strebens nach politischer, ethnischer, kultureller und religiöser Selbstbestimmung bis heute an. Die fortgesetzte Repressionspolitik Chinas in Tibet hat schwere Menschenrechtsverletzungen, Umweltzerstörungen sowie massive wirtschaftliche, soziale, rechtliche und politische Benachteiligungen der tibetischen Bevölkerung und letztlich die Sinisierung Tibets zur Folge.“
Und im selben Jahr wurde der Tibet Gesprächskreis des Deutschen Bundestages gegründet.

Was die Umweltzerstörung angeht so muss ich hinzufügen, dass China selbst unter grosser Umweltverschmutzung leidet.
Markus Bruder war letztes Jahr in China und erzählte, der Smog wäre so heftig gewesen man hätte nur 100m weit sehen können.

Smog in Beijing

Smog in Peking, photo: wikipedia commons, Kevin Dooley

Diese Meldung kommt natürlich nach den Olympischen Sommerspielen 2008. Die Wahl Pekings durch das IOC mag ja nur auf verhaltenen Protest gestossen sein. Mich hatte das ohnehin an die Olympischen Sommerspiele 1936 erinnert, als ein Mittel um ein menschenverachtendes Regime im Ausland positiv darzustellen.
China hat die weltweit höchste Anzahl von vollstreckten Todesurteilen, praktiziert Folter und Haftstrafen ohne Prozess und Urteil, sowie eingeschränkte Medienfreiheit.

Mehr zu China findet man auch auf dem Blog von Schweizerkrieger.

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