Ich fand meine Jugend wieder, sie brachte mich zum Niesen

Im Zuge meiner seltsamen Forschungen über Themen die keine Sau interessieren, fand ich diese Perle englischen Journalismus: The Hardy Boys Final Chapter…In Which We Plumb the Mystery Behind the Wildly Successful Kids’ Novels. And Bring a Ghost to Life.

Gene Weingarten findet Bücher wieder, die er als Kind geliebt hat. Er liest sie und versteht nicht mehr warum. Dann beschäftigt er sich mit der Frage, wieso gute Autoren so einen Mist schreiben konnten, und spricht mit der Tochter eines Autors.
Ganz bitter fand ich, dass Leslie McFarlane, der Autor von 20 Büchern der Hardy Boys Reihe (1927-?) 82 Dollar für ein Buch bekam. Selbst wenn der Dollar 1927 mehr Wert hatte, klingt das doch nicht nach Reichtum, zumal der Autor sämtliche Rechte an den Verlag mitverkaufte.

Ich hab mir daraufhin ein Hörbuch der Hardy Boys beschafft. Ganz so schlimm ist es gar nicht, was aber auch daran liegen mag, dass die Vorlage die überarbeitete Fassung von 1959 gewesen sein wird, also nicht von Leslie McFarlane. Ausserdem wurde das Buch nicht eins zu eins übernommen sondern wahrscheinlich etwas gekürzt.

“Writing is easy,” said the author Gene Fowler. “All you do is stare at a blank sheet of paper until drops of blood form on your forehead.”

“Schreiben ist einfach,” sagte der Autor Gene Fowler. “Alles was du tust, ist auf ein leeres Blatt Papier zu starren bis sich Tropfen von Blut auf deiner Stirn bilden.”

So habe ich das auch immer empfunden.

Zurück zu den Büchern der Jugend. Einen Selbstversuch dazu habe ich nur mit Karl May gemacht. Ich weiss nicht, ob seine Bücher auch überarbeitet worden sind. Ich dachte, das wäre nicht nötig, da seine Bücher in exotischen Gegenden oder dem Wilden Westen spielen. Auf jeden Fall steht auf dem Einband von Winnetou nun nicht mehr “der rote Gentleman”.

CC by SA

Karl May Erstausgaben im Karl May Museum in Radebeul, von Immanuel Giel, Lizenz:CC by SA

Ich hatte als Kind nur ein Karl May Buch gelesen, mit Indianern drin und kein Winnetou. Als Erwachsene las ich die Winnetou-Bände. Sie waren auch nicht so gut wie mir das als Kind vorgekommen war. Wahrscheinlich hatte ich die Lücken selbst gefüllt und den merkwürdigen jovialen Machismus sowie Rassismus von May übersehen.

Winnetou war trotzdem vergnüglich zu lesen, auch wenn Old Shatterhand als May-artiger christlicher Sachse ein bisschen nervt. Winnetou als der edle Wilde, der aber noch zum Christentum bekehrt werden soll.
Engländer und Afroamerikaner kommen bei May ganz schlecht weg, und ich wette er fand er habe jene doch ganz wundervoll und gerecht beschrieben.

Tests mit Hanni und Nanni oder den fünf Freunden werde ich mir jedoch ersparen.😉

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