Geburtstag

Das mit der Geburtstagsfeier ist so ähnlich wie mit Weihnachten. Im englischen Sprachraum werden mal wieder die Saturnalien dafür verantwortlich gemacht, die müssen wohl für irgendeine Sorte anglophoner Christen die Party des Antichristen schlechthin gewesen sein.

Das ist natürlich Kappes, wenn in der Bibel berichtet wird, dass der Pharaoh Geburtstag feiert, dann hat das nichts mit den Saturnalien zu tun.

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Ebenholz Tafel aus der Gruft des Pharaoh Den (etwa 3000v.Chr.), die zeigt, wie Den seinen Sed-Fest-Lauf macht, von CaptMondo, Lizenz: CC by

Die Ursprünge der Sitte den Geburtstag zu feiern liegen im Dunkel der Zeit verborgen (dass ich so schwülstig rede liegt bestimmt an der ’tis of thee Hymne). Es ist nicht wahrscheinlich, dass das einfache Volk in römischer oder altägyptischer Zeit den eigenen Geburtstag feierte. Damals hatten nur hochgestellte Persönlichkeiten überhaupt so etwas wie einen Kalender obwohl Astronomie eine der ältesten Wissenschaften ist. Um seinen eigenen Geburtstag zu feiern muss man wissen wann er ist.

Zuerst wurden also nur Geburtstage von Göttern und Königen gefeiert. Das scheint in vielen Ländern so gewesen zu sein, es ist deshalb unmöglich zu sagen wer damit anfing.

Das Wort Kalender allerdings ist römischen Ursprungs und kommt von Calendarium. Reiche Römer liessen sich Kalender anfertigen, es wäre zwar möglich, dass sie ihren eigenen Geburtstag feierten, dergleichen ist jedoch nicht überliefert.

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Fragment eines römischen Kalenders aus dem Museo Epigrafico in Rom, von: Kleuske, Lizenz: CC by

Orthodoxe Christen feiern nicht ihren Geburtstag sondern ihren Namenstag (den Gedenktag eines Heiligen). Katholische Christen feiern heutzutage oft sowohl ihren Namenstag als auch ihren Geburtstag, die Sitte der Geburtstagsfeier haben sie jedoch von der evangelischen Kirche übernommen, in der man natürlich nicht den Namenstag feiert, da man nicht an die katholischen Heiligen glaubt.
Die Zeugen Jehovas feiern weder das eine noch das andere, sie haben keine Heiligen und in der Bibel feiern weder Juden noch Christen Geburtstag.
Es könnte demnach möglich sein, dass Luther mal wieder an allem Schuld ist (😀 ) und nicht die Saturnalien.

In anderen Religionen wird der eigene Geburtstag nicht gefeiert, obwohl das Jahr der Geburt, wenn auch nicht der Tag, für ein paar Übergangsriten von Bedeutung ist.

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Geburtstagskuchen mit Kerzen, von: Ghearing family, Lizenz: CC by SA

Wie wird Geburtstag gefeiert?

Besonders für Kinder wird traditionell eine Geburtstagstorte gebacken und Geburtstagslieder gesungen, im Rahmen einer Feier mit Freunden und/oder Verwandten. Die Torte (oder Kuchen) wird mit Kerzen verziert, deren Anzahl dem Alter des Geburtstagskindes entspricht oder mit Kerzen, die wie Zahlen geformt sind. Wenn das Geburtstagskind es schafft, alle Kerzen auf einmal auszupusten, darf es sich etwas wünschen. Ausserdem ist es Sitte das Geburtstagskind zu beschenken.

Namenstag

In der katholischen und der orthodoxen christlichen Kirche ist der Namenstag der Tag im Jahr, an dem der Namenspatron seinen Gedenktag im Heiligenkalender hat, meist ist dies der Todestag des Heiligen. Oft gibt es mehrere Heilige mit dem gleichen Namen; dann wird als Namenstag der Tag gefeiert, der der Gedenktag des ranghöchsten oder aber des in der jeweiligen Region wichtigsten Heiligen ist.

Ursprung des Namenstages ist die Auffassung, dass der Name eine magische Identität zwischen dem Benannten und dem Namensgeber bewirkt. Besondere Kräfte und Eigenschaften des Namenspatrons gehen mit dem Namen auf seinen Träger über. Mit dem im Mittelalter anwachsenden Heiligenkult wurden Kinder nach dem Tagesheiligen ihres Geburts- oder Tauftages (oder beides) benannt. Der Namenstag stimmt deshalb nicht immer mit dem Geburtstag überein.

Also gibt es nicht nur einen Heiligen pro Tag. Am 21. Januar z.B. gibt es folgende katholische Heiligennamen:Agnes, Alban, Anastasius, Andreas, Augurius, Augustin, Edward, Epiphanius, Eulogius, Franziskus, Fructuosus, Hugo, Jakob, Johannes, Josefa, Joseph, Julian, Ludwig, Meinrad, Nicholas, Patroclus, Petrus, Publius, Renatus, Thomas, Winnin, Zacharias. Immerhin 27 Stück, allerdings sind einige Namen nicht gerade modern und würden wahrscheinlich heutzutage höchstens als Zweitnamen Verwendung finden.

Die orthodoxe Kirche folgt nicht dem gregorianischen sondern dem julianischen Kalender. Ausserdem hat sie weniger und andere Heilige.

Zum Namenstag wird häufig auch eine kleine Feier veranstaltet, Freunde und Verwandte gratulieren und bringen kleine Geschenke. Es wird eine spezielle Kerze angezündet.

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Altarkerze mit dem Katakombenheiligen Donatus, Namenstagkerzen sehen so ähnlich aus, von Andreas Praefcke, Lizenz: Creative Commons by

Wenn nicht anders vermerkt ist der Text vorsichtshalber unter der Gnu free documentation Lizenz veröffentlicht.

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