Château du Champ-de-Bataille

Und wieder beklaue ich mich selbst und schreibe hier was ich heute auf Wikipedia schrieb. Dort wurde der Text unter einer GNU Free Documentation License (GFDL) veröffentlicht.

Das Schloss Champ de Bataille (frz. ”Château du Champ-de-Bataille”) liegt zwischen Le Neubourg und Sainte-Opportune-du-Bosc im Département Eure in der Haute-Normandie im Norden Frankreichs, inmitten der sogenannten ”Campagne du Neubourg”, die im Westen durch den Fluss Risle begrenzt wird und im Osten durch den Fluss Iton.

Campagne du Neubourg

Das Gebiet der Campagne du Neubourg 1716 auf einer Karte von Guillaume Delisle (1675-1726), Public Domain

Geschichte

Bernhard der Däne gilt als der Stammvater des Hauses Harcourt, er war ein Gefolgsmann von Wilhelm Langschwert (910-942), dem Sohn Rollos. Viele Quellen behaupten, dass er an der Schlacht bei Sainte-Opportune-du-Bosc teilnahm, in der 935 Wilhelm Langschwert gegen Robert den Dänen kämpfte und die Champ-de-Bataille seinen Namen gab. Das ist jedoch historisch unwahrscheinlich, da Robert der Däne 1037 gestorben ist und somit 935 entweder sehr jung oder aber insgesamt weit über 100 Jahre alt geworden wäre. Deshalb gehen andere Quellen davon aus, dass diese Legende erfunden wurde und der Platz Champ-de-Bataille heißt, weil er mal einem Herrn ”Bataille” gehört hat.

Eingang zum Schloss

Eingang zum Schloss, eigenes Foto, Lizenz: CC by

Als die Mitglieder der Fronde 1650 von Jules Mazarin verhaftet oder in die Provinz geschickt wurden, war Graf Alexandre von Créquy-Bernieulle (1628-1703), einer der Freunde des Prinzen von Condé die in die Provinz geschickt wurden. Er ließ das Schloss Champ de Bataille zwischen 1653 und 1665 erbauen.

Nach dem Tode von Alexandre von Créquy-Bernieulle erbte dessen Neffe Gabriel-René, Marquis von Mailloc das Schloss. Jener heiratete im Juli 1720 Claude-Lydie d’Harcourt, und nach seinem Tod 1724 fiel das Schloss an seinen Neffen Anne-François d’Harcourt, Herzog von Beuvron (1727-1797).

Während der Französischen Revolution wurde das Schloss geplündert. 1802 war das Schloss noch im Besitz des Zweiges Beuvron der Familie Harcourt. Thomas Thornton schrieb damals über das Schloss, es sei schön, es sei ihm zum Kauf angeboten worden aber es habe keine Wasserversorgung und deshalb wolle er es nicht. 1805 wurde es verkauft.

1903 wurde es vom Grafen Harcourt, dem direkten Nachfahren des Herzogs von Beuvron zurückgekauft. 1936 wurde es schon wieder verkauft und als Waisenhaus genutzt. Während des Zweiten Weltkriegs wurde es von englischen Truppen besetzt, dann von deutschen Truppen, um schließlich, nach der Befreiung, als Kriegsgefangenenlager zu dienen. 1948 wurde es vom Herzog Harcourt zurückgekauft, der es bis 1959 renovieren ließ. 1966 feierte die Familie Harcourt auf Schloss Champ-de-Bataille ihr tausendjähriges Bestehen seit dem ersten Harcourt, der den Familiennamen trug, Anquetil d’Harcourt.

1992 wurde das Schloss vom Architekten und Dekorateur Jacques Garcia gekauft, der die heutigen Gärten des Schlosses entworfen hat. Er erhielt den Henri Texier Preis für die Restaurierung und Möblierung des Schlosses.

Garten

Garten des Schlosses, Foto von s.jon80 (Flickr), Lizenz: CC by

Bauwerk

Das Schloss wurde von Louis Le Vau (1612-1670) entworfen, dem Architekten, der auch am Bau des Schloss Versailles beteiligt war (1669-1670). Es ist in Stein und Backstein erbaut im Stil der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Auf zwei gegenüberliegenden Seiten des quadratischen Innenhofes steht ein Hauptgebäude, das von Pavillons flankiert wird, an deren Ecken kleine runde Türmchen angebracht sind. Diese parallelen Gebäude sind an einer Seite durch eine starke Mauer verbunden, die ebenfalls in Stein und Backstein erbaut ist. An der vierten Seite befindet sich eine Terrasse mit Balustraden an deren Ende man über eine Freitreppe in den Garten gelangt.

Detail am Eingangstor zum Schloss, eigenes Foto, Lizenz CC by

Detail am Eingangstor zum Schloss, eigenes Foto, Lizenz CC by

Heutige Nutzung

Die Innenräume des Schlosses und der Park können entgeltlich besichtigt werden. Im Park finden im Sommer Freiluftopernvorstellungen statt. Der Park ist 17 Hektar groß, gehört zu den vom französischen ”Ministère de la Culture” als ”bemerkenswert” prämierten Gärten (”Jardins remarquable”) und zu den durch den ”Concours des villes et villages fleuris” gewählten schönsten Gärten Frankreichs.

Die 18-Loch-Golfanlage Champ de Bataille, die der Stadt Neubourg gehört, liegt direkt am Schloss. Sie liegt mit ihren 60 Hektar inmitten eines alten Waldes.

Quellen

  • François-René de Chateaubriand:Analyse raisonnée de l’histoire de France in: Oeuvres complètes de Chateaubriand, Band10, Verlag:Garnier in Paris (1861), Kapitel:Féodalité, Chevalerie, Education, moeurs générales des XIIe, XIIIe et XIVe siècles, auf Gallica (französisch)
  • Philippe Aubry (Hrsg.):Châteaux de Normandie in Maisons Normandes Hors-Série Band2, Verlag:VIP International (2008) Seiten:60-75 (französisch)
  • Retour à Champ de Bataille (französisch)
  • Klaus Malettke: Opposition und Konspiration unter Ludwig XIV, Studien zu Kritik und Widerstand gegen System und Politik des französischen Königs während der ersten Hälfte seiner persönlichen Regierung, Verlag:Vandenhoeck und Ruprecht (1976), Seiten:1998, ISBN:9783525353592
  • Frantios Ravaisson: Archives de la Bastille, Verlag:BiblioBazaar (2008), Seiten:411+428, ISBN:9780559865121 | auf Google Books (französisch)
  • Célestin Hippeau: Le gouvernement de Normandie au XVIIe et au XVIIIe siècle, Verlag:G. de Laporte in Harcourt (1863), Seiten:104f auf Google books (französisch)
  • Château du Champ-de-Bataille auf normandygite.uk (englisch)
  • Thomas Thornton: A sporting tour through various parts of France, in the year 1802, Verlag:Longman, Band1 in London 1806, Seiten:38 auf Gallica (englisch)
  • Yves Guéna: Château et territoire: limites et mouvances, Verlag:Presses Univ. Franche-Comté 1995, Seiten:201 ISBN:9782251605951 (französisch)
  • Christin Velan (Berliner Zeitung, Hrsg.) Es ist alles Gold, was glänzt vom 8. Januar 2005
  • Château du Champ de Bataille auf travelandleisure.com (englisch)
  • Société française pour la conservation des monuments historiques (Hrsg.): Séances générales tenues à … en … par la Société française pour la conservation des monuments historiques, Verlag: Derache (1857) Seiten:223-225 auf Google Books (französisch)
  • Normandie: “Champ de Bataille” erhält das Label “Schönste Gärten Frankreichs”
  • Le Champ de Bataille Golf Course (englisch)

Weblinks

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