Vatikan nicht angetan von Williamson, mal sehen ob Zollitsch ihm gefällt

Nun hat sich Richard Williamson (irgendwie) entschuldigt. Er ist eh am Boden, Argentinien hat ihn rausgeworfen, die Piusbrüderschaft will ihn nicht mehr als Lehrer, in Bayern wird gegen ihn ermittelt, Europa behält sich das gleiche vor und Welt online schreibt Williamson sei schwer krank (also nicht nur im Kopf). Der Mann kriegt doch (hoffentlich) eh kein Bein mehr an die Erde.

Da beschwert sich der Vatikan, die Entschuldigung sei nicht gut genug und könne auch gar nicht gut genug sein. Wenn das so ist, warum exkommunizieren sie den Typen nicht? Sie hätten ihn gar nicht rehabilitieren sollen, jetzt heisst es ja immer der Papst habe das nicht gewusst… Ehrlich gesagt halte ich für keine gute Idee Leute zu rehabilitieren über die man gar nichts weiss. Vielleicht sollte der Papst mehr als nur Williamson exkommunizieren, zum Beispiel den, der ihm empfohlen hat Williamson zu rehabilitieren gleich mit?

In seiner Entschuldigung Hatte Williamson erklärt er habe als Laie keine Ahnung vom Dritten Reich und einen Forschungsstand von vor 20 Jahren wiedergegeben (nämlich den persönlichen Forschungsstand von David Irving, der sich auf den Leuchter-Report beruft). Er entschuldigt sich schon bei den “Überlebenden und den Verwandten der Opfer der Ungerechtigkeit unter dem Dritten Reich.” Das war halt etwas mager. Die ganze Ansprache klingt so, als sei er etwas doof, zu lange in einer Mönchszelle gehockt, mit den falschen Historikern gespielt. Da ist es fraglich ob er überhaupt eine bessere Entschuldigung zustande bringt.

Wie auch immer… wenn der Vatikan eh keine Entschuldigung akzeptiert, dann sollten sie ihn exkommunizieren, anstatt ihn zum Märtyrer zu machen. Foltern bis zum Geständnis, dass er mit dem Teufel buhlt und anschliessende Verbrennung machen die doch heute nicht mehr, oder? Jaja, ich hab neulich noch einmal “der Name der Rose” gesehen und da ist es kein Wunder, das mir derartige Assoziationen kommen.

da meutern die Piusbrüder

Sie können ihn nicht ohne einen Grund, der innerhalb ihrer kirchlichen Gesetze liegt exkommunizieren. Wahrscheinlich sagt er in seiner Entschuldigung deshalb, er habe der Kirche nichts Böses gewollt. Die Kirche zu schädigen ist bestimmt ein Grund zur Exkommunizierung, das Leugnen des Holocaust leider nicht.

da droht der Chef der deutschen Bischofskonferenz

Jetzt droht Robert Zollitsch der gesamten Piusbruderschaft mit der Exkommunikation, wenn sie nicht das zweite vatikanische Konzil (1962-65) anerkennen. Während sich die katholische Kirche bis zum Zweiten Vatikanischen Konzil als allein wahre Kirche betrachtete, wurde diese Sichtweise im Dekret über den Ökumenismus (Unitatis redintegratio) und die Erklärung In unserer Zeit (Nostra aetate) vorsichtig relativiert. In der Erklärung “In unserer Zeit” wurde festgelegt, dass man die Juden nicht mehr für den Tod Jesu Christi verantwortlich machen dürfe, ausserdem wurde darin zugegeben, dass das katholische Christentum und das Judentum gemeinsame Wurzeln habe. Diese Erklärung wird von der Piusbruderschaft bis heute nicht anerkannt.

Ich frag mich, was Zollitsch daran ändern will, immerhin ist er nicht der Papst und drohen kann er eigentlich niemanden. Bischöfe werden doch nicht von den Gläubigen gewählt, oder?

das Drama (Seifenoper) auf Video

Hier der Fernsehauftritt von Williamson im schwedischen Fernsehen, der den Skandal auslöste.

Hier ein Beitrag aus dem argentinischen Fernsehen. Williamson wird bei der Ausreise von einem Reporter bedrängt.

Hier ein ZDF Bericht über seine Ankunft in England, wo er bei der Piusbruderschaft untergekrochen ist.

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