China feiert die Eroberung Tibets und sperrt Youtube

der Panchen Lama Gedhun Choekyi Nyima der im Alter von 6 Jahren von der chinesischen Regierung entführt worden war, public domain

der Panchen Lama Gedhun Choekyi Nyima der im Alter von 6 Jahren von der chinesischen Regierung entführt worden war, public domain

Am vergangenen Samstag wurde zum ersten mal der neue staatliche Gedenktag zur “Befreiung der Himalaya-Region” in Tibet gefeiert. Dann wurde Youtube in China gesperrt. Vielleicht hat das ja sogar etwas miteinander zu tun.

Laut AFP hatten Regierungsvertreter die Echtheit eines Videos in Frage gestellt, auf dem chinesische Polizisten einen tibetischen Demonstranten im vergangenen Jahr zu Tode prügelten. So ein Video würde nicht gut zu dem neuen Feiertag passen. Anstatt dessen standen 13000 Leute in akkuraten Reihen um sich den Sermon des “Feiertages” eine Stunde lang anzuhören. China versuchte die ehemalige Regierung Tibets als Terrorregime darzustellen und den Dalai Lama zu diskreditieren. Vielleicht glaubt ihnen das ja jemand im Ausland aber es ist doch sehr, sehr zynisch.

Damit das auch wirklich klappt unterstützt China nun den Panchen Lama Gyaincain Norbu, der die internationale Öffentlichkeit vom Dalai Lama ablenken und uns alle überzeugen soll wie nett China doch ist.
Der echte Panchen Lama Gedhun Choekyi Nyima war als Kind von den Chinesen entführt worden. Die chinesische Regierung ernannte daraufhin Gyaincain Norbu zum Panchen Lama.

Die tibetische Exilregierung hat geäussert, dass durch die Invasion mehr als 1,2 Millionen Tibeter ums Leben kamen und 6.000 Klöster zerstört worden sind, was man wohl kaum als “Befreiung” bezeichnen kann und dass die Tibeter selbst am besten wissen, ob sie befreit worden sind. “Sie stimmen mit ihren Füßen und mit ihrem Leben ab, indem sie den Himalaya überqueren und Freiheit und Glück außerhalb des ‘befreiten’ Tibet suchen.”

Quellen:
China feiert 50 Jahre Herrschaft in Tibet

Internetportal YouTube laut Google in China gesperrt

Tibet serf debate shadows China’s “emancipation day”

Panchen Lama: Tibet’s living god or puppet ruler?

Update:
Inzwischen wurde zwei der Aufständischen der Unruhen vom März 2008 wegen Brandstiftung, die den Tod von 7 Menschen verursacht habe, zum Tode verurteilt.

Die tibetische Exilregierung gibt bezüglich der Niederschlagung der Proteste von 2008 an, dass mehr als 200 Tibeter getötet und rund 1000 weitere verletzt wurden. Die chinesische Regierung behauptet nur einen Tibeter getötet zu haben und warf den Aufständischen vor, sie hätten 21 Menschen getötet.

Quelle:
Todesstrafen wegen des Tibet-Aufstands auf NZZ-Online

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