Trollforschung

Seit die Märchenwesen das Land überschwemmt hatten sind die Wälder und Hügel der Umgegend von Trollen bewohnt. Ich richtete ein Forschungscamp am Rand des Steinwaldes ein und beobachtete die Trolle aus der Ferne, bis ich einschätzen konnte, wann es relativ ungefährlich sein würde, ihre Wohnstätten zu untersuchen.
Tagsüber schienen sie nicht bei den Steinen zu sein, ich zog mir tarnfarbene Kleidung an, nahm meinen Fotoapparat und ging zu den nächsten Steinhaufen.

Die Steinhaufen bestanden aus Menhiren, die manchmal zu einer Art Hünengrab zusammengestellt waren, die an Bushaltestellen erinnerten und die Schlafplätze der Trolle darstellten. Ich stellte schon beim ersten Schlafplatz fest, dass die Steine mit Inschriften verziert waren. Das war eine Sensation. Ich konnte die Inschriften nicht lesen, sie erinnerten an Keilschrift, dennoch sah es wirklich nach Schrift und nicht nach Darstellungen aus. Bedeutete das, dass Trolle eine eigene Schrift besitzen?

Die Fotos sahen umwerfend aus. Ich wollte aber mehr, alles wissen über Trolle und ihre Kultur. Am nächsten Tag schlich ich mich wieder in Trollregion und wagte mich diesmal tiefer hinein. Da passierte es. Ein Troll erwischte mich wie ich von einer Schlafstätte Fotos machte. Als ich ihn sah wägte ich ab ob ich weglaufen oder bleiben sollte. Ein Schlag mit seiner Keule würde mich töten, andererseits war es bei Trollen schwierig zu sagen, wann sie wütend waren. Sie sahen immer furchteinflössend aus. Aus bescheuertem Forscherdrang blieb ich.

Hünengrab bei Steinfeld, 1937,von Günter Rapp (Mühlenarchiv Rapp), Lizenz: CC by SA

Hünengrab bei Steinfeld, 1937,von Günter Rapp (Mühlenarchiv Rapp), Lizenz: CC by SA

Ich schwitzte ungemein, meine Knie zitterten. Der Troll näherte sich und grunzte. Ich zeigte wie wild auf die Inschriften, auf meinen Fotoapparat und versuchte ihm mit der Reviewfunktion zu zeigen, dass ich Fotos gemacht hatte. Als würde ihn das davon überzeugen, dass ich kein essbares Ungeziefer bin. Er grunzte interessiert. Ich war total begeistert, mein erstes Gespräch mit einem Troll. Ich nahm ihn mit zum nahen Forschungscamp und zeigte ihm dort die Fotos, die ich schon auf dem Computer hatte.

Ich erklärte ihm, das sei zweidimensionale Schrift und versuchte ihm das Konzept von Dimensionen mit Handbewegungen vorzuführen. Er schüttelte den Kopf auf die Frage, ob die Trolle die Inschriften gemacht hätten. Die seien schon dagewesen als sie gekommen waren. Ich war nicht enttäuscht, vielleicht hatten die Inschriften dann mit dem Eindringen der Märchenwesen zu tun. Er bestätigte, dass die Trolle auch eine zweidimensionale Schrift hatten, er piekte mit seinem Finger auf den Tisch und zog ihn dann in die Luft, wobei er schnüffelte. Sie benutzten Geruchsmarkierungen als Schrift. Ich war total aufgeregt und wachte auf.

Ich hab wohl zu viel Rage of Mages 2 gespielt.

Creative Commons License
Der Text Trollforschung von stanze (stanzebla,Stanzilla) steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine Bearbeitung 3.0 Unported Lizenz.
Beruht auf einem Inhalt unter stanzebla.wordpress.com.

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s