Adolphe-André Porée, ein Priester im Dienst der Archäologie

Adolphe-André Porée (auch Chanoine Porée; *14. März 1848 in Bernay;
† 28. Februar 1939 in Saint-Aubin-d’Écrosville (Département Eure) war ein französischer Archäologe und Historiker. Er war Direktor der Gelehrtengesellschaft Société des antiquaires de Normandie („Antiquarische Gesellschaft der Normandie“), korrespondierendes Mitglied der Académie des Inscriptions et Belles-Lettres und korrespondierendes Mitglied des damaligen französischen Bildungsministeriums (Officier de l’Instruction Publique).

Leben

Porées Familie kam aus Beaumont-en-Auge (Département Calvados), sein Vater leitete eine Färberei in Bernay. Porée selbst war sehr religiös und wurde im Alter von 23 Jahren Priester. 1871 wurde er Vikar am Kollegiatstift von Les Andelys. 1875 wurde er Pfarrer von Bournainville-Faverolles und verblieb in dieser Position für 53 Jahre. Tagsüber widmete er sich seiner Gemeinde und nachts widmete er sich archäologischen Studien. Sein besonderes Interesse galt Kirchen in Eure, die während des Premier Empire (1804-1814) verkauft worden waren, wichtigen lokalen Persönlichkeiten und den Auswirkungen der Französischen Revolution (1789-1799). Außerdem war Porée Archivist der Diözese. In den Jahren 1890 bis 1892 unternahm er zum Zweck archäologischer Forschungen Reisen durch Frankreich, Belgien, Deutschland, die Schweiz und Italien.

Hercule terrassant l'hydre de Lerne, von Puget (1622-1694) im Musée des Beaux-Arts de Rouen, gemeinfrei, da der Autor (Puget) vor über 70 Jahren starb

Leistungen

1882 entdeckte er zusammen mit Abbé de La Balle und Gaston Le Breton im alten Park des Schlosses Château de la Londe in Biéville-Beuville eine verloren geglaubte Statue von Pierre Puget (1622-1694), die Statue stand ursprünglich im Schloss von Le Vaudreuil und stellt Herakles dar, der die Hydra besiegt. Die Statue steht heute im Musée des Beaux-Arts de Rouen.

Als Porées wichtigstes Werk gilt die Histoire de l’abbaye du Bec. 1926 erhielt er das Ritterkreuz der Ehrenlegion (Chevalier de la Légion d’Honneur).

Nach seinem Tod wurden mehrere Straßen nach ihm benannt, zum Beispiel die Rue Chanoine Porée in Le Bec-Hellouin, Bournainville-Faverolles, Pont-Audemer und Bernay. 1964 wurde eine Stele zu seinem Andenken auf dem Friedhof von Bournainville errichtet, im Jahr 2000 wurde ein Raum des ehemaligen Pastorats (heutige Mairie) als Porée-Museum eingerichtet.

Werke (Auswahl)

Description du vitrail de Saint-Léger à Notre-Dame d’Andely, erschienen bei P. Bousrez in Tours 1877, in Gallica

Guide historique et descriptif de l’étranger aux Andelys, erschienen bei Caron in Les Andelys 1879

Notice sur la seigneurie et le château du Blanc-Buisson, erschienen bei F. Le Blanc-Hardel in Caen 1884, in Gallica

Guillaume de La Tremblaye, sculpteur et architecte, 1644-1715, erschienen bei F. Le Blanc-Hardel in Caen 1884 in Gallica

L’Hercule terrassant l’hydre de Lerne de Puget, erschienen bei Vve A. Lefèvre in Bernay 1884, in Gallica

Un peintre bernayen : Michel Hubert-Descours, 1707-1775, erschienen bei J. et A. Lefèvre in Bernay 1889, in Gallica

Histoire de l’abbaye du Bec, erschienen bei Charles Herrissey in Évreux 1901, in Archive.org

Note sur Auguste Le Prévost et Charles Nodier erschienen bei L. Gy in Rouen 1903, in Gallica

Quellen, weiterführende Information

Le Canton de Thiberville, son histoire, son patrimoine von Michel und Thérèse Mesnil, erschienen bei Imprim’eure in Conches-en-Ouche Juni 2003, Seite:42-46

Séance du 10 mars Band 83 der Comptes-rendus des séances de l’Académie des Inscriptions et Belles-Lettres von Charles Picard, Nummer 2, Jahrgang 1939 Seite:152-156 in Persée

L’art normand von Adolphe-André Porée, herausgegeben von S. Pestel in der collection électronique de la Médiathèque André Malraux de Lisieux

Hercule terrassant l’hydre de Lerne Musée des Beaux-Arts de Rouen

Dieser Artikel wurde zuerst von mir in der deutschsprachigen Wikipedia veröffentlicht (Version vom 18. Juli 2010 um 12:01 Uhr verlinkt und benutzt). Versionsgeschichte, meine Seite.

Dieser Text muss deshalb leider unter der merkwürdigen GNU-Lizenz für freie Dokumentation veröffentlicht werden.

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