Geschichte der Magie in Frankreich, Druiden und Heilige

Das Buch “Histoire de la magie en France; depuis le commencement de la monarchie jusqu’à nos jours;” (‘Geschichte der Magie in Frankreich; vom Beginn des Königstums bis heute’) von Jules Garinet (1797-1877), erschien 1818 in Paris bei Foulon.

Die Druiden

Bei den Galliern gab es Druiden, die Dämonen austrieben und über die Geister der Luft herrschten. Sie verbrachten ihr Leben damit, den Göttern Opfer darzubringen, die Zukunft vorherzusagen und Schutzzauber zu wirken. Am sechsten Tag des keltischen Jahres schnitten sie die heilige Mistel und und riefen dabei “O Ghel an Heu” , ‘möge das Getreide keimen’. Im Mittelalter wurde dieser Ausdruck zu “Au gui l’an neuf”, ‘zur Mistel des neuen Jahres’. Bei dieser Zeremonie war der ganze Stamm um die große Eiche versammelt, auf der die Mistel wuchs. Die frisch geschnittene Mistel wurde in einen Behälter mit Wasser getaucht. Das Wasser wurde an die Leute verteilt. Es galt als heilkräftig und wirksam gegen böse Zauber. Die Druiden von Autun hielten die Schlangeneier für besonders heilkräftig. Pomponius Mela schrieb im 1. Jahrhundert, dass die Druidinnen auf der Île-de-Sein die Winde aufhalten und Unwetter hervorrufen konnten. Mela gab ihnen die spezielle Bezeichnung “Gallisenae”.

Bei Beerdigungen wurden den Toten, Waffen, Tiere und Sklaven mitgegeben, die die Verstorbenen gegen Dämonen verteidigen sollten. Wenn der Stamm in Gefahr war, wurden Menschenopfer dargebracht. Man verbrannte Personen, von denen man annahm, sie haben teuflische Kräfte, damit feindliche Zauberer sich ihre Kräfte nicht zunutze machen konnten. Es war sehr schwierig für die Römer, die Gallien unterwarfen, diesen barbarischen Brauch abzuschaffen.

Dem Teutates waren viele Altäre geweiht, die sich mitten in den Wäldern befanden. Der Bereich um die Altäre galt als heilig. Teutates war ein Gott der Unterwelt und man nahm an, dass sich Geister in den heiligen Wäldern um die Altäre befanden, die nur von Druiden besänftigt werden konnten. Wenn ein Gallier in einem heiligen Wald stolperte und stürzte, musste er den Bereich sofort verlassen, aber nicht zu Fuß. Er musste auf den Knien hinausrutschen.

Der König weiß sich nicht mehr zu helfen und konsultiert einen alten Druiden, Buchillustration von Gustave Doré (1832-1883) aus den Fabeln von Charles Perrault (1628-1703), erschienen 1867, Lizenz: public domain/ gemeinfrei, Quelle: Gallica

Christianisierung

Um 250 begann der Heilige Dénis (Dionysius) den Galliern das Christentum zu predigen. Diejenigen, die das Christentum annahmen, glaubten, dass die Seelen die Körper der Toten verließen, um die Lebenden zu quälen.

Der Heilige Germain (Germanus) von Auxerre (378-448) soll laut Bollandus viele Dämonen ausgetrieben haben. Unter anderem habe er in einer Herberge Geister vertrieben, die sich dort allabendlich an den Tisch gesetzt und gegessen hatten. Martin von Tours (331-399) soll ebenfalls ein mächtiger Exorzist gewesen sein, außerdem wird ihm nachgesagt Tote wiedererweckt zu haben.

Gregor von Tours (538 -594) schrieb in seinem Buch “Vie des Pères” über seinen Zeitgenossen Venantius Fortunatus (535-605), dass jener eines Tages von einer Pilgerfahrt zurückkam und feststellte, dass seine Zelle voller Dämonen war. Er fragte sie, wer sie seien und woher sie gekommen seien. Sie sagten, sie seien gestern aus Rom angereist. Er vertrieb sie dann, indem er sie anschrie.

Der Dämonograf (Autor von Büchern über Dämonen) Pierre Le Loyer (geboren 1550) schreibt in seinem “Discours des spectres” von 1608, dass Sulpicius der Fromme von Bourges (570-647) eines Tages durch sein Bistum reiste, als ihn Bauern baten einen Teufel aus einem See auszutreiben. Er gab ihnen ein Fläschchen mit Chrisam (Olivenöl mit Parfüm). Als die Bauern das Fläschchen in den See warfen, wurde dadurch nicht nur der Teufel vertrieben, sondern der See verfügte plötzlich über einen Fischreichtum, der die ganze Gegend mit Essen versorgte.

Alle Heiligen haben außer allgemeinen Wundern auch noch Teufelsaustreibungen aufzuweisen. Das beweist, dass zu ihrer Zeit der Glaube an Magie, Zauberei und Besessenheit weit verbreitet war.

Exorzismus aus den Histoires prodigieuses et mémorables (außergewöhnliche und erinnerungswürdige Geschichten, etwas wie die BILD Zeitung) von 1598, Quelle, Gallica, Lizenz: public domain/ gemeinfrei

One thought on “Geschichte der Magie in Frankreich, Druiden und Heilige

  1. […] (“Nemeton“), in dem 9 Druidinnen wohnten, die die Zukunft vorhersagten. Genau wie die Druidinnen auf der Île-de-Sein (Gallisenae). Die Druidinnen verkauften magische Pfeile aus Buchenholz, die mit kupfernen Spitzen […]

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