Autoscham und Fleckenverlust

Markus ist noch in Deutschland, zur Beerdigung seiner Großmutter. Er kommt morgen zurück. Ich musste deshalb am Mittwoch mit dem New Beetle der Chefs zum Einkaufen (Essen) fahren. Markus hatte die Batterie noch aufgeladen, bevor er nach Deutschland gefahren war. Ich fahr also nichtsahnend mit der dreckigen Karre los. Das Auto hatte ja den ganzen Winter nur herumgestanden und hatte Besuch von Spinnen, trockenem Laub, staubigem Regen und Vogelscheiße gehabt. Im Dorf warf ich Altglas in den Container, wollte weiterfahren aber das Auto machte keinen Mucks mehr. Garnichts. Ein Jüngling, der in der Nähe eine Hecke schnitt bekam auch kein besseres Ergebnis zusande. Wir öffneten die Motorhaube, die sowieso nicht richtig zu war (peinlich). Ein Rand trockener Blätter unter dem Fenster (peinlich). Ich sah, dass die Batterie grün leuchtete, was bedeutet, dass sie aufgeladen war. Fachmännisch guckte der Junge und sagte die Batterie sei tot. Haha, was nun? Geld darfs ja keins kosten. Ich latschte also erstmal nach hause (1km) wo die Hunde sich freuten. Dann rief ich panisch in Deutschland an (Ferndiagnose unmöglich), panisch unsere britischen Freunde an (keiner da), panisch die Werkstatt in Giverville an (Garage Amelot). Der Sohn vom Chef der Werkstatt sagte, er sei in einer Viertelstunde da. Ich latschte wieder zum Auto (1km). Der Mechaniker öffnete wieder die Motorhaube und fummelte ein bisschen an der Batterie herum, dann sagte er es sei “mal serré” (schlecht angezogen). Der Wagen sprang an und ich folgte dem Mechaniker nach Giverville, wo er die Muttern an den Steckern richtig festzog (peinlich). Das hätte ich auch gerade noch gekonnt. Chef der Werkstatt und seine Frau starrten auch auf das dreckige Auto (peinlich). Ich hab dem Mechaniker dann 10 Euro aufgedrängt, er wollte irgendwie nichts haben aber das wäre mir noch peinlicher gewesen. Am nächsten Tag hab ich das Auto gewaschen.

Das gewaschene Auto hinter der Statue am Bassin, eigenes Foto, Lizenz: public domain/ gemeinfrei

Inzwischen sind die Kastanien, die Obstbäume und der Weissdorn verblüht. Der Rotdorn blüht noch und Kleinfleckchen hat die weißen Flecken in ihrem Gesicht verloren. Im Bassin vor dem Schloss gab es die übliche Algenexplosion, die ich tapfer bekämpfe, wobei zahlreiche Molche und Frösche meine Bekanntschaft machen. Wir gehen regelmäßig spazieren, aber dabei ist es schwierig, Fotos zu machen, denn drei freche Hunde zerren an mir herum. Nach ein paar Gewittern wächst das Gras endlich ordentlich. Und Brennesseln und Disteln sprießen, als hätten sie etwas aufzuholen. Weshalb ich sehr damit beschäftigt bin, Unkraut zu entfernen. Außerdem finden die Schnecken das Wetter ganz toll. Die Kaninchen sind relativ sorglos und fast täglich bringen Farbexplosion und Miniputz ganz oder fast tote Kaninchen mit nach Haus. Die werden mir dann unters Bett gelegt, wo sie sterbend mit den Hinterpfoten strampeln und dabei Lärm machen wie ein Poltergeist. Ich werfe die Kaninchenleichen traditionell an den Rand des Feldes nebenan und decke sie mit Pflanzen zu. Für Beerdigungen sind es dann doch zu viele.

cat, katze

Schlafmütz guckt vorwurfsvoll auf ein paar Brennesseln. Eigenes Foto, Lizenz: public domain/ gemeinfrei

Als ich gestern die Algenexplosion im halben Bassin entfernt habe, hat mir Miniputz “geholfen”. Sie saß die ganze Zeit am Beckenrand und hat einer Libelle zugesehen, die unermüdlich ihre Kreise zog. Auf einmal schnappt Miniputz nach der Libelle und nur der Kopf guckt aus ihrem Maul. Ich kriege fast einen Herzinfarkt. Ich dachte, dass Libellen stechen. Nein, Libellen stechen nicht. Noch während ich um das Bassin sprinte spuckt Miniputz die Libelle aus und haut mit der Pfote drauf. Ich kriege schon wieder fast einen Herzinfarkt. Dann bin ich aber bei ihr und schrei sie an, dass sie die Libelle loslassen soll. Es folgt ein Handgemenge in dessen Verlauf die Libelle einfach wegflieht. Ziemlich zähe Viecher und nicht sehr schlau. Miniputz war nicht wirklich sauer auf mich. Vielleicht dachte sie ich wollte die Libelle haben. Kann mir gar nicht vorstellen, dass so etwas gut schmeckt.

cat, katze

Schlafmütz auf ihrem anderen Lieblingsplatz, einem alten Blumenkasten, eigenes Foto, Lizenz: public domain/ gemeinfrei

lamb, lamm

Kleinfleckchen hat ihre weißen Flecken an der Schnauze verloren. Eigenes Foto, Lizenz: public domain/ gemeinfrei

dog, hund

Phex am Tag nach einem Gewitter auf einer Unterlage aus Kastanienblütenblättern, eigenes Foto, Lizenz: public domain/ gemeinfrei

rotdorn, hawthorn

Blühender Rotdorn, eigenes Foto, Lizenz: public domain/ gemeinfrei

rotdorn, hawthorn

Ein bisschen näher..., eigenes Foto, Lizenz: public domain/ gemeinfrei

weißdorn, hawthorn

Weißdornblüten, eigenes Foto, Lizenz: public domain/ gemeinfrei

schnecke, snail

Diese kleinen Schnecken isst man auch hier nicht, außer man ist ein Vogel oder Dachs. Auf vielen Steinen liegen leere zerbrochene Schneckenhäuser. Eigenes Foto, Lizenz: public domain/ gemeinfrei

schnecke, snail

Noch eine Schnecke, eigenes Foto, Lizenz: public domain/ gemeinfrei

Muscheln aus dem Bassin, eigenes Foto, Lizenz: public domain/ gemeinfrei

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