Der Berg des Belenus und die Druidinnen von Tombelaine

Um 500 v. Chr. bis ins 1. Jahrhundert n. Chr. sah die Bucht des Mont-Saint-Michel nicht so aus wie heute. Auf dem heutigen Strand wuchs bis zum Berg Mont-Saint-Michel ein dichter Wald. Der Berg war dem Sonnengott Belenos (auch Belenus) geweiht und wurde “Tom Bélen” genannt.

Druidin, Gemälde von Alexandre Cabanel (1823-1889), Lizenz: public domain/ gemeinfrei

Als die Römer die Gegend erobert hatten, nannten sie den Berg “Mons Tumba” oder “Tumulus Beleni”, was sowohl ‘Hügel des Belenos’ als auch ‘Grab des Belenos’ heissen kann.

An der Seite des Granitfelsens ist eine Höhle, die wie ein runder Tempel wirkt. Dort befand sich ein Heiligtum (“Nemeton“), in dem 9 Druidinnen wohnten, die die Zukunft vorhersagten. Genau wie die Druidinnen auf der Île-de-Sein (Gallisenae). Die Druidinnen verkauften magische Pfeile aus Buchenholz, die mit kupfernen Spitzen und Falkenfedern ausgestattet waren. Die Pfeile waren mit Schutzzaubern gegen Gewitter ausgestattet und wurden, um Gewitter abzuwehren, in die Luft geschossen, wenn es donnerte. Diese Gallisenae galten als Feen, halbgöttliche Wesen, die sich in Tiere verwandeln, auf dem Wind reiten oder mit Bächen fliessen konnten.

Die Einrichtungen der Druiden unterschieden sich. Im Landesinneren gab es vor allem männliche Druiden, auf Inseln besonders weibliche Druiden. Die Druidinnen der Île-de-Sein waren zu sexueller Enthaltsamkeit verpflichtet. Die Druidinnen der Namneten auf einer Insel in der Flussmündung der Loire waren laut Strabo (64/63 v. Chr. bis 23 n. Chr.) verheiratet. Männer durften ihre Insel jedoch nicht betreten. Der Sage nach schliefen die Druidinnen des Mont-Saint-Michel nachts auf der kleinen Insel Tombelaine. Die Fischer sahen dort oft, halbnackte Frauen nachts im Fackelschein tanzen. Wenn ein Fischer dumm genug war, auf der Insel an Land zu gehen, kam ein Sturm auf und trieb sein Boot auf den Ozean zurück.

Quellen und weiterführende Literatur:
Les grandes légendes de France : les légendes de l’Alsace, la grande Chartreuse, le Mont Saint-Michel et son histoire, les légendes de la Bretagne et le génie celtique von Édouard Schuré (1841-1929), erschienen 1908 bei Perrin in Paris. Seite 142ff; das Werk ist gemeinfrei. (französisch)

Reallexikon der germanischen Altertumskunde von Johannes Hoops, Band 16, Seite 364ff, erschienen 2000 bei De Gruyter

Das Projekt Saint-Michel versucht dem Mont Saint-Michel seinen maritimen Charakter wiederzugeben. Tourismus hat leider nicht immer nur gute Effekte.

2 thoughts on “Der Berg des Belenus und die Druidinnen von Tombelaine

  1. J’aime beaucoup vos articles sur la Normandie.
    J’habite dans l’Eure et vous? Wo wohnen Sie?

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