Die Lottinoplastie

Lottinoplastie von 1844 aus Ninive im Museum von Bernay, eigenes Foto auf Wikimedia Commons, Lizenz: public domain/ gemeinfrei

Lottinoplastie, auch Lottinoplastique genannt, ist eine Methode, um Formen für Abgüsse antiker Altertümer zu erstellen. Sie wurde im 19. Jahrhundert vom Archäologen Pierre-Victorien Lottin entwickelt.

Entstehung

Als Lottin im Winter 1843 die Keilschrift an der Burg von Van sah, versuchte er die Keilschrift durch Abklatsch zu kopieren, musste aber wegen des anhaltenden schlechten Wetters aufgeben. Da erinnerte er sich an Versuche, die er zehn Jahre zuvor auf einer archäologischen Reise durch Italien mit Abgusstechniken gemacht hatte und beschaffte sich in Bagdad die nötigen Zutaten. Dann entwickelte er die Lottinoplastie.

Vorgehensweise

Um das Objekt zu schützen, von dem ein Abguss genommen werden soll, wird es zuerst mit einem Schwamm angefeuchtet oder mit Leinöl bestrichen. Dann werden mehrere Blatt grobes Papier in einer flachen Schale eingeweicht und dann auf das Objekt aufgelegt, von dem man einen Abguss anfertigen möchte. Danach wird darüber eine dicke Schicht Pappmaché aufgebracht und abgebürstet um Falten zu vermeiden. Dann wird das derart bestrichene Objekt abermals angefeuchtet und mit Kleister bestrichen, der mit etwas Aluminiumsulfat angereichert wurde. Darauf wird wieder eine Schicht Papier locker aufgebracht. Schließlich wird das Gebilde mit heißer Gelatine oder Warmleim bestrichen. Nachdem die aufgebrachte Masse durchgetrocknet ist, wird sie vorsichtig entfernt. Die Pappmachéform wird daraufhin mit Schmalz oder mit Sesamöl bestrichen und in die Nähe eines Feuers oder in die heiße Sonne gelegt. Formen größerer Objekte können zum leichteren Transport einfach durchgesägt werden. Dann wird die Form mit einer heißen Mischung aus Öl, Wachs und Terpentinessenz bestrichen und eine halbe Stunde bei 80° – 100°C in einem Ofen gebrannt. Danach kann man die Formen mit Gips ausgießen.

Auswirkungen

Der Flan einer Zeitung, er besteht aus biegsamem Karton oder Gummi, Foto von Frédéric Bisson, CC by/ Creative Commons-Lizenz Namensnennung 2.0

Der Fotograf und Archäologe Léon-Eugène Méhédin (1828-1905) besuchte Lottin 1854 in dessen Haus in Menneval und erlernte von ihm dort die Technik der Lottinoplastie. Er wandte sie danach auf den Expeditionen an, die ihn 1860 und 1861 nach Ägypten und Mexiko führten. Die in Mexiko entstandenen Lottinoplastien wurden im Musée de l’Homme ausgestellt.

Die Lottinoplastie hat die Entwicklung des flan ermöglicht. Der flan ist eine Druckmatrize aus weichem Karton oder Gummi. Und wurde erstmals in den Druckmaschinen von Hippolyte Auguste Marinoni (1823-1904) verwendet.

Literatur

Nicole Zapata-Aubé:Lottin de Laval, Archéologiste et Peintre Orientaliste; erschienen bei: Association pour la Promotion de la Culture in Bernay 1997 (französisch)

Pierre-Victorien Lottin:Manuel Complet De Lottinoplastique erschienen 1857

Victor Le Fort: Lottin de Laval, le père du flan. In: La Revue illustrée du Calvados. Imprimerie Morière, Lisieux April 1914.

Externe Links

Fotos zu Lottinoplastie auf Wikimedia Commons

Diesen Artikel habe ich selbst auf Wikipedia.de verfasst. Er befindet sich dort: Lottinoplastie, und ich bin dort: Stanzilla und damit ich auch nicht verklagt werde hier noch der Link zur Versionsgeschichte. Creative Commons Lizenzvertrag
Dieses Werk bzw. Inhalt steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz. Der Artikel über Pierre-Victorien Lottin, genannt Lottin de Laval, findet sich hier.

One thought on “Die Lottinoplastie

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