Le Favril in Eure, Vorsicht vor dem Hund

In Le Favril gibt es viele Hunde. Wahrscheinlich mehr Hunde als Einwohner, also über 163. Der Hund, der gegenüber der Kirche auf der anderen Straßenseite wohnt, ist sehr nett. Er freut sich über Besuch und leckt einem die Hand ab. Alle anderen sind bestenfalls Kläffer. Die Wachhunde an der Chaumière neben der Kirche wirken nicht sehr freundlich und der Zaun ist ausgesprochen niedrig. All die Bemühungen mit lockenden Hinweisschildern Touristen anzulocken, sind sinnlos, wenn die Touristen dann von Hunden verspeist werden. Oder ob das wohl der wahre Hintergrund ist? Im Ortskern stehen die Häuser so dicht, dass es nur auf einer Seite der Hauptstraße ein Stückchen Bürgersteig gibt. Auch das ist nicht so toll für die Touristen. Dörfliche Franzosen rasen wie bescheuert, auf einer Durchgangsstraße gehen zu müssen, ist nicht wirklich angenehm.

Und was gibt es Tolles in dem Kaff? Womit wird auf den Schildern geworben? Mit der Kirche Sainte-Geneviève. Eigenes Foto, auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Die Kirche Sainte-Geneviève wurde im 12. Jahrhundert erbaut und diverse Male umgebaut. Sie ist “inscrit MH” also im Zusatzverzeichnis der offiziellen historischen Denkmale Frankreichs. Leider ist die Datenbank Base Mérimée an diesem Wochenende wegen Wartungsarbeiten offline. Aber wenn ich mich recht entsinne, stand da eh nicht viel drin.

église Sainte-Geneviève du Favril (Eure)

Südfassade. Eigenes Foto, auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

In der Südfassade der Kirchen dieser Gegend gab es früher immer eine “Paradiestür”. Durch diese Tür wurden die Särge hinausgetragen, damit die Seele des Toten direkt ins Paradies kommt. Diese Paradiestür wurde später in einigen Kirchen zugemauert, so auch in Le Favril.

Ehemalige Paradiestür in der Südfassade. Ich hätte ohne irgendwelchen Unterlagen spontan behauptet, sie stamme aus dem 12. Jahrhundert, wenn sie nicht hinter dem originalen Kirchenschiff läge. Daher behaupte ich jetzt spontan, sie stamme aus dem 15. Jahrhundert, als das Kirchenschiff zum ersten Mal erweitert wurde. Eigenes Foto, auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Detail einer Ecke, hier behaupte ich spontan, dass diese schnörkeligen Säulen aus dem 18. Jahrhundert stammen. Die interessante Feuersteinanordnung in der Mauer ist aber älter. Eigenes Foto, auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Um die Kirche herum liegt der Friedhof. Das ist hier meistens so. Die Gräber sehen alle ganz ordentlich aus, nicht als Kulisse für Zombiefilme geeignet.

Grabmal von Edmond Cousinard, der 1876 verstarb und offensichtlich ein ziemlich reicher und wichtiger Typ war. Eigenes Foto, auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Südwestecke. Man sieht hier schön das Schachbrettmuster der eigentlichen Westfassade. Vor dem Eingang ist ein typischer Fachwerkvorbau unter dem sich die Gläubigen vor der Messe bei normannischem Wetter treffen, um zu tratschen. Eigenes Foto, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Besagte Chaumière. Da flitzt einer der Wachhunde herbei. Eigenes Foto, auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Nun musste ich noch die Mairie finden. Gleich hinter dem Ortskern gibt es ein Restaurant. Preiswertestes Menü 16€ verkündet mir ein Schild. Wenn ich Fleischesser wäre, hätte das vielleicht Sinn, in so ein Restaurant zu gehen. Ich hatte aber ohnehin Rudi dabei und mit Hund wäre ich da sicherlich nicht willkommen. Also gingen wir weiter, vorbei an vielen kläffenden Hunden. Ein Grundstück hatte einen nur 15 cm hohen Zaun und besonders viele Hunde dahinter. Der Besitzer schaffte seinen Boxer schnell ins Haus, als wir uns näherten. das kam mir nicht sehr vertrauenerweckend vor. Ich trug Rudi an dem Grundstück vorbei. Als die Bürgersteige wieder aufhörten, waren wir an der Rathaus/Grundschul-Kombination angelangt. Früher war es wohl die Dorfschule gewesen, eine Klasse für alle.

Eine ziemlich große Mairie. Eigenes Foto, auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Die gleichen bunten Billig-Frankreich-Wappenschilder gab es auch am Kriegerdenkmal. Wahrscheinlich hat der Maire sie selbst hergestellt (kleiner Scherz).

Weitere Informationen

Le Favril auf Annuaire-Mairie (französisch)

Le Favril auf der Seite der Départementspréfecture

Creative Commons License
Le Favril mairie école.jpg, Le Favril chaumière.jpg, Le Favril tombeau.jpg, Le Favril église détail.jpg, Le Favril église porte.jpg, Le Favril église porte.jpg, Le Favril église.jpg and Le Favril église1.jpg by stanzilla are licensed under a Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported License.

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