Krieg killt Künstler

Henri Alain-Fournier 1905, hatte wahrscheinlich eine total stylische Frisur damals. Foto von mes-biographies.com, Lizenz:gemeinfrei.


Ich bin gerade wieder im Wikipedia-Wartungsbausteinwettbewerb-Fieber. Ich bearbeite dort die bedürftigen Artikel mit Frankreichbezug. Dabei stieß ich gestern auf den Artikel Henri Alain-Fournier. Er war nicht der einzige Künstler, der in den Ersten Weltkrieg zog und dachte, dass sei ein großes Abenteuer, oder seine Pflicht, oder was immer für Illusionen die Männer hatten. Manche wurden ja auch eingezogen und hatten keine Wahl. Ich weiß, über so etwas sollte man lieber an Erster-Weltkriegs-Gedenktagen schreiben, aber wenn ich doch da jetzt dran denken muss…

Henri Alain-Fournier starb schon 1914, er hatte vielleicht nicht einmal die Zeit seine Illusionen zu verlieren. August Macke starb ebenfalls schon 1914, er wurde im August eingezogen und starb schon im September. Franz Marc meldete sich freiwillig und fiel 1916 bei einem Kundschaftsgang. Zum Dank für seinen „Dienst am Vaterland“ diffamierten ihn die Nazis als „entarteten Künstler“.

Aus Franz Marcs Skizzenbuch, das er im Ersten Weltkrieg anlegte. Quelle: Wikimedia Commons, Lizenz: gemeinfrei

Zu den weniger bekannten gekillten Künstlern gehören Hermann Stenner (gefallen 1914 in Polen), Georg Trakl (gefallen 1914 in Krakau), August Stramm (gefallen 1915 in Weißrussland), Wilhelm Morgner (gefallen 1917 in Flandern) und Franz Nölken (gefallen 1918 in Frankreich). Das Wort „gefallen“ hat es mir angetan, es verharmlost das Sterben ganz herrlich.

Franz Nölken, Selbstbildnis im Atelier 1915. Quelle: artflakes.com, Lizenz: gemeinfrei.

Außerdem starben die französischen Schriftsteller Paul Acker (1915), Antoine Yvan, Jean Arbousset, Maurice Bonneff, Léon Bonneff, Émile Clermont (1916), Louis Codet (1914), René Dalizé, Prosper-Henri Devos, Émile Driant (1916), Paul Drouot (1915), Albert Dumange, Edouard Guerber, François Lafond, Jules Leroux (1915), Charles Péguy (1914), Eugène Pic, Charles Troufleau. Nicht alle wurden durch ihren Tod bekannter (wie Henri Alain-Fournier), einige gerieten durch ihren Tod in Vergessenheit. Der Schriftsteller Louis Pergaud wurde 1915 schwer verwundet, geriet in deutsche Gefangenschaft und wurde wahrscheinlich dort durch „Flächenbeschuss“ von seinen eigenen Kameraden getötet. Ganz klar ist das aber nicht, denn seine Leiche wurde nie gefunden.

Louis Pergaud in Uniform. Foto von jeanmichel.guyon.free.fr, Lizenz: gemeinfrei.

Zugegeben, das ist kein lustiger Artikel. Es ist halt nicht immer alles lustig.™ Nichtkünstler sind natürlich auch keine schlechteren Leute als Künstler und Nichtkünstler sind damals auch scharenweise gestorben. Aber man kann dergleichen Unbill verhindern, indem man keine Kriege veranstaltet.

Quellen und weiterführende Informationen

Künstler im Krieg

Sie starben jung! Workshop, Friedrichsruh

Ecrivains morts à la guerre (französisch)

Ces artistes morts au combat durant la Première Guerre mondiale (französisch)

One thought on “Krieg killt Künstler

  1. Congratulations! You’ve been nominated for the Liebster Award! Hope you accept! http://tinyurl.com/a8ttahw

Leave a Reply

Fill in your details below or click an icon to log in:

WordPress.com Logo

You are commenting using your WordPress.com account. Log Out / Change )

Twitter picture

You are commenting using your Twitter account. Log Out / Change )

Facebook photo

You are commenting using your Facebook account. Log Out / Change )

Google+ photo

You are commenting using your Google+ account. Log Out / Change )

Connecting to %s