Junge und alte Schafe

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Where's the food?

Brad schnüffelt an meiner Hand. “Riecht ein bisschen nach Schaffutter. Ist aber keins drin. Enttäuschend. Jetzt erwarte ich, immerhin hinterm Ohr gekratzt zu werden.” Eigenes Foto auf Flickr, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Brad ist ja kastriert, damit er brav ist. Böcke, die mit Leuten (und Hunden) aufwachsen, werden sonst aggressiv. Daher habe ich keinen (funktionstüchtigen) Schafbock.

Die Abendsonne in Brads Auge. Eigenes Foto auf Flickr, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Das habe ich auch mehreren Leuten in der Gegend erzählt. Einer wollte mir daraufhin einen Schafbock besorgen. Kurz darauf verkündete er, er habe einen gefunden. Anfang September fragte ich ihn, was denn jetzt mit dem Bock sei. Und er sagte, das sei noch zu früh. Außerdem würde er mir den Bock nur verschaffen, wenn ich mit ihm Sex habe. Ich würde es doch bestimmt niemandem erzählen…

Es handelt sich nicht etwa um Brad Pitt oder George Clooney. Und selbst wenn es sich um Brad Pitt oder George Clooney gehandelt hätte, hätte ich ob dieses Ansinnens recht sparsam geguckt und es abgelehnt. Er ist über 80 und eingeschrumpelt wie eine Backpflaume. Ich ließ ihn nicht aufs Grundstück. Er erklärte mir, er sei jetzt aber unwirsch. Das war mir herzlich egal. Ich bin noch um einiges unwirscher.

Ich brauchte also immer noch einen Bock und musste woanders suchen.

Es handelte sich ohnehin nur um einen Mietbock. Was aber eigentlich gar keine so dumme Idee ist. Eine preiswerte Idee. Zufällig haben meine schwulen Nachbarn sich drei Schafe angeschafft. Zwei Auen und einen winzigkleinen Bock. Immerhin ein helles Böckchen und kein schwarzköpfiges Fleischschaf. Würde zu meinen recht gemischten Mädels passen. Ich bin also bei den Nachbarn vorbeigelatscht und hab gefragt ob sie mir ihren Bock borgen. Erst müsse er noch die Auen besteigen, aber dann – wahrscheinlich im November – kann ich ihn haben. Zu Weihnachten essen sie ihn dann auf. Ich kann gar nicht sagen, wie froh ich bin, dass ich schwule Nachbarn habe.

Das Vorrücken der Rasenmäher. Eigenes Foto auf Flickr, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Daffne guckt nach rechts. Eigenes Foto auf Flickr, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Warum steht das Zweibeinige da nicht in der Schlange?

In einer Reihe gehts zurück in den Stall. Eigenes Foto auf Flickr, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Während die Lämmerangelegenheit nun wahrscheinlich geregelt ist, hat Stirnlöckchen immer noch beschlossen, ewig zu leben.

“Hey Zweibeiner, ist die Abendsonne nicht schön? Und da wir hier schon rumstehen und schwatzen, wie wärs mit etwas Schaffutter?” Eigenes Foto auf Flickr, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

One thought on “Junge und alte Schafe

  1. […] This is an article in (more or less) English. Die deutsche Version gibt es: hier. […]

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