Fog

Most of November was looking like this:

The Fog

or like this:

misty landscape

We had some minutes of sun in between two banks of grey clouds though. I liked this a lot:

Spider silk in the sun

Spider silk glistening in the sun. never seen that much spider silk before. Busy spiders. Saw this on a walk with the dogs up the hill in front of the property.

Rudi (terrier) got a new grey sweater for Christmas. He’s already wearing it and scares the sheep. Sheep are confused by and afraid of new colours. They don’t change their colour and expect everybody else to be like them.

The sheep wonder about Rudi's new sweater

Besuch, unter anderem von einer Méhari

English version is here.

Besuch ist, was ich nicht haben darf, denn Besuch gefährdet die Sicherheit. So ist das, wenn man auf der Arbeit wohnt und spezielle Chefs hat. Vor bestimmten englischen Bekannten habe ich Besuch immer verschwiegen, da sie den Chefs zu nahe stehen. Was dazu führte, dass sie meinen, ich bekäme nie Besuch. Das kann man so nicht sagen, aber ich und die Hunde sind wahrscheinlich schon häufiger selbst Besuch bei jemandem, als dass ich Besuch bekomme. Wenn ich sowieso mit den Hunde spazierengeh, können wir auch gleich wen besuchen. Manchmal passiert auch beides an einem Tag.

Rudi, Phex und ich an “Asterix'” (Herr C.) Tor. Über ein Jahr lang hatte ich ihn andauernd eingeladen, aber er wollte uns nie besuchen und ich dachte schon, er hätte Gynophobie. Dabei seh ich so harmlos aus. Aber an diesem schönen Maientag überreichte er mir ein Zweiglein von dem hübschen Flieder und eilte ins Haus, um sich umzuziehen und dann gingen wir zu mir. Eigenes Foto auf Flickr, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Gynophobie oder auch Gynäkophobie ist nicht etwa die Angst vor Frauenärzten, sondern vor Frauen. Ein Foto von “Asterix” gibt es diesmal nicht. Ich hab ihn schonmal fotografiert und auf Facebook herumgezeigt, das muss reichen.

Er verschwand also im Haus und ich wartete, fotografierte die Hunde und wartete noch mehr. Fragte mich, ob er sich schminkt. Als er wiederkam trug er eine andere Jacke. Männer!

Das Schloss hat ihm glaub ich gut gefallen, er ist genau wie ich, ganz geschichtsvernarrt, er wollte gar nicht wieder gehen.

Asterix fand die ganzen Zementbauten der deutschen Besatzer aus dem Zweiten Weltkrieg total interessant. Die waren versteckt, und von oben mit Gras getarnt, so dass die alliierte Luftwaffe sie nicht sehen konnte. Eigenes Foto auf Flickr, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Ein paar Tage später kam der “Finne”, um sich dieses Schloss und das Schloss in Berthouville anzugucken. Damals dachten wir beiden naiven Gestalten noch, dass dieses Schloss zum Verkauf stünde. Wenn ich daran denke, überkommt mich der Wunsch nach einem Eis oder Kuchen. Aber nein, vade retro doppelkinnförderndes Zeugs.

Immerhin wollte er eh nach Berthouville. Ich spielte Chauffeuse. Also ich hab ihm nicht die Füße ins Feuer gehalten, wie Chauffeure das traditionell in Eure machten, sondern ihn im chefesquen Auto herumgefahren. So kam ich auch endlich in das Schloss in Berthouville, ich benahm mich aber und fotografierte nicht. Deshalb hatte ich auch im Vorfeld das dortige Schloss so intensiv von außen abgelichtet.

Der Bahnhof in Bernay. Dort holte ich den Mann ab. Eigenes Foto auf Flickr, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

War nicht so sagenhaftes Wetter, der ganze Mai war ja verregnet. Alle Reisenden versteckten sich drinnen. Eigenes Foto auf Flickr, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Lustig war, dass ich die Maklerin kannte, weil die auch hier schonmal tätig war. Sie sagt, sie warte immer noch auf Antwort von Chefin. Haha. Das erklärt vielleicht den Wechsel der Email. Sie will auch mit mir in Kontakt bleiben, aber ich glaub, das wird nun nichts mehr. Hach Schade.

An dem Tag hatte es geregnet. Das Gras war total nass und meine Schlaghose (jaja falsche Hosenwahl) durchnässt bis zum Knie. Hier bei diesem Gebäude versuchte ich mit Brutalität und Geschick anzugeben und öffnete auch souverän die rechte Tür. Die linke Tür ging aber nicht auf. Ich rüttelte und schüttelte. Schließlich schaltete ich das Gehirn ein, sah mir die Sache genauer an und stellte fest.. die Tür öffnet sich nach innen. Eigenes Foto auf Flickr, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Außerdem war Wächter aus der Provence zu Besuch, der die gleichen Chefs hat. Und die Tochter von befreundeten Bauern mit ihrem Mann. Davon gibt es jeweils keine Fotos. Alain war noch da, er wollte gern den Bratspießdrehautomaten erwerben, aber das wird wohl nix werden.

Bratspießdrehapparat aus dem 18. Jahrhundert. Eigenes Foto auf Flickr, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Dann kam er wieder vorbei, diesmal um mir sein Auto zu zeigen. Eine Citroën Méhari (französische Autos sind ja weiblich). Ich durfte damit sogar herumfahren und wir landeten schließlich mit Alains Bruder und dem Bürgermeister bei Alain und seiner Frau Liliane im Garten, wo es Cidre und Poiré gab (Apfel- beziehungsweise Birnenschaumwein). Uralte Flaschen aus der hintersten Ecke des Kellers, mit jeder Menge Flocken. Das meiste landete im Blumenbeet.

Die Méhari wird von Phex und Bach genau untersucht. Eigenes Foto auf Flickr, Lizenz: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Weitere Fotos von Alains Méhari findet man in dem Ordner auf Flickr: hier. Rudi fuhr hinten drin mit und Alains Bruder hielt ihn zusätzlich zum Hundesicherheitsgurt fest. Rudi fand das toll. Er stellte sich auf die Ecke und hielt die Nase in den Wind.

Ich falte mich in die Méhari und ziehe ganz unvorteilhaft das Kinn ein. Foto von Alain Cardinal. Alle Rechte vorbehalten.

Ich falte mich in die Méhari und ziehe ganz unvorteilhaft das Kinn ein. Foto von Alain Cardinal. Alle Rechte vorbehalten.

Ich am Steuer, Alains Bruder hinten und Rudi guckt ganz hinten um die Ecke. Foto von Alain Cardinal, Alle Rechte vorbehalten.

Ich am Steuer, Alains Bruder hinten und Rudi guckt hinten um die Ecke. Foto von Alain Cardinal, Alle Rechte vorbehalten.

Die Fotografen fotografieren. Links Alains Bruder und geradeaus Alain, der sich hinter seinem Fotoapparat versteckt. Eigenes Foto, Alle Rechte vorbehalten.

Die Fotografen fotografieren. Links Alains Bruder und geradeaus Alain, der sich hinter seinem Fotoapparat versteckt. Eigenes Foto, Alle Rechte vorbehalten.

Der Bürgermeister, ich (mit der Sonne in der Fresse und das schon wieder das Kinn einziehend) und Alains Bruder. Liliane versteckt sich ganz links hinter einer Blume. Foto von Alain Cardinal, Alle Rechte vorbehalten

Links der Bürgermeister von Morsan, ich mittig (mit der Sonne in der Fresse und das Kinn einziehend) und Alains Bruder rechts. Liliane versteckt sich ganz links hinter einer Blume. Foto von Alain Cardinal, Alle Rechte vorbehalten

Visiting the Citroën Méhari

Deutsche Version: hier.
I may not get visitors, but we walk a lot (me and the dogs) and visit people.

Rudi, Phex and me at the gate of “Asterix'” (M C.) gate. On that day he was cutting a lilac branch for me. Own photo on Flickr, licence: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

I took a photo of Asterix last winter and showed it on Facebook, that has to be enough.

In May one visitor was allowed though, he visited this castle and the castle in Berthouville. We both thought this castle was still for sale. But we were wrong. Before he came here, me and the dogs made photos of the castle in Berthouville.

I picked him up at the train station in Bernay. It was raining. Own photo on Flickr, licence: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

All the travellers were hiding inside. Own photo on Flickr, licence: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

In Berthouville we met the real estate agent. Quite funny, I’ve seen her before when she tried to sell this castle. It was a happy reunion, we exchanged email adresses and promised to meet again. Alas, that’s not very likely now.

On that day the grass was longer and it was raining. The grass was wet and stupid me was wearing “city clothes”, my jeans were wet up to the knee. At this building I tried to show how energetic I am. I managed to open the right door. Then I was rattling in vain at the left door until I noticed, that it opens to the inside. Embarrassing. Own photo on Flickr, licence: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

Another authorised visitor was the guardian of the other castle in the Provence. He came with a friend. They brought Cidre, we drank some.

On this 18th century kitchen spit rotating machine end the visitors, that do not behave. Barbecue. No, don’t worry just kidding. Own photo on Flickr, licence: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

In June Alain picked me up at the gate with his Citroën Méhari. I was allowed to drive and we took Rudi with us. It was so much fun.

Phex and Bach examine the Méhari. Own photo on Flickr, licence: CC by-SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported

More photos of Alain’s Méhari are in a set on Flickr.

I'm folding myself into the Méhari. Photo by Alain Cardinal. All Rights reserved.

I’m folding myself into the Méhari. Photo by Alain Cardinal. All Rights reserved.

Ich am Steuer, Alains Bruder hinten und Rudi guckt ganz hinten um die Ecke. Foto von Alain Cardinal, Alle Rechte vorbehalten.

Me in the front, Alain’s brother in the back and Rudi in the back of the back. Photo by Alain Cardinal. All Rights reserved.

Die Fotografen fotografieren. Links Alains Bruder und geradeaus Alain, der sich hinter seinem Fotoapparat versteckt. Eigenes Foto, Alle Rechte vorbehalten.

Taking photos of the photographers. On the left Alain’s brother, Alain himself behind the camera. Photo by stanzebla. All Rights reserved.

From left to right, Liliane behind a flower, the mayor of Morsan, me and Alain's brother. Photo by Alain Cardinal. All Rights reserved.

From left to right, Liliane behind a flower, the mayor of Morsan, me and Alain’s brother. Photo by Alain Cardinal. All Rights reserved.

Tag des offenen Denkmals 2012 in der Kirche von Morsan

Ich habe jetzt etwas mehr Zeit und werde brav meine ganzen Fotos abarbeiten. Dazu muss ich noch eins sagen. Ich werde ab Januar kein Auto mehr haben. Dieses jedenfalls nicht und daher wahrscheinlich keins. Damit sind meine motorisierten Fotoausflüge beendet. Momentan ist das Wetter nicht geeignet, aber an regenfreien Tagen werde ich natürlich bis Januar noch möglichst viele Fotos machen. Da mich heute ein Anrufer nach dem Vortrag in der Kirche von Morsan gefragt hat, fange ich damit an. Find ich toll, dass meine Artikel auch jemand liest.

Am 16. September gab es nachmittags Vorträge über das Kircheninnere der Kirche Sainte-Trinité und die Marquis Le Sens de Morsan.

église de la Sainte-Trinité de Morsan

Schon von draußen war alles anders als sonst. Die Tür ist offen. Fahrräder liegen unter der riesigen Eibe. Eigenes Foto, Lizenz: CC0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Noch bevor es losging nahm ich mir den Vortragenden beiseite und erzählte ihm von der Verschwendungsfreudigkeit des letzten Marquis. Ich hatte keine Lust, mir wieder anzuhören, dass die bösen Deutschen ihn in die Verzweiflung getrieben haben. Vor allem, weils nicht wahr ist. Der Historiker nahm das auch so hin und zitierte mich später. Während des Vortrags sah er mich dabei an. An anderen Stellen sah er andere Frauen an, die ihn wahrscheinlich auch geimpft hatten. Die Frauen wissen es und die Männer tragen es vor.

Noch schnell eine nicht sehr historische Bank hinausschleppen. Eigenes Foto, auf Wikimedia Commons, Lizenz: Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Der Historiker im Chorraum vor dem Altar aus dem 17. Jahrhundert. Eigenes Foto, Lizenz: © stanzebla (stanzebla.wordpress.com). Alle Rechte vorbehalten

Natürlich war alles da was Rang und Namen hat. Pierre Roussel, der Chef der AMSE (Verein der Freunde des Denkmalschutzes in Eure), zahlreiche Mitglieder des Vereins, der Bürgermeister, ein Künstler und Galerist aus Saint-Georges-du-Vièvre, mit dem Monsieur C. zusammenarbeitet und das halbe Dorf. Irgendwie haben wir ohnehin alle Rang und Namen.

Diesmal gelang es mir einen der denkmalgeschützten Kantorschemel aus dem 18. Jahrhundert zu fotografieren. Der Historiker erklärte uns, dass nur noch zwei der Schemel in der Kirche sind, die anderen wurden vor ewigen Zeiten zur Reparatur gebracht und kamen bis heute nicht zurück. Der französische Verwaltungsapparat ist sehr langsam und neigt außerdem zum Diebstahl. Das heißt dann natürlich nicht Diebstahl.

Kantorschemel aus dem 18. Jahrhundert. Eigenes Foto auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC 0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Am beeindruckendsten ist aber der Altar, der hauptsächlich aus dem 17. Jahrhundert stammt. François Le Sens spendete ihn anlässlich seiner Hochzeit. Und er tat das gleiche für die Kirche in Notre-Dame-d’Épine. Das Altargemälde wurde später hinzugefügt. Es ist ein Geschenk von Napoleon III. (1808-1873). Spannend sei was unter dem Gemälde sei, behauptete der Historiker. Und der Bürgermeister nickte wie wild dazu. Wenn wir jemals genug Geld haben, gucken wir nach.

Der Altar und das Altarbild. Eigenes Foto, Lizenz: CC0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Nach dem Konzil von Trient (1545-1563) wurde das Innere der Kirchen im Zuge der Gegenreformation umgestaltet, um eine bessere Evangelisation durch bessere Kenntnis des christlichen Glaubens zu erreichen. Taufen und Beichten durften nur noch im Kirchenschiff abgehalten werden, denn es repräsentierte den reuigen, büßenden Aspekt der Römisch-katholischen Kirche. Der Chor repräsentierte die triumphierende Kirche, den Himmel, deshalb wurden dort die Statuen der Heiligen aufgestellt (Textselbstdiebstahl). Das sagte der brave Historiker auch und sah dabei die Frau aus Serquigny an, oder war es Brétigny? Immer diese Gnys. Der Altar ist aus Holz und war ursprünglich bunt bemalt, jetzt ist er in Marmor-Fake bemalt, was recht überzeugend aussieht.

Das Tabernakel. Die beiden Engel hielten ursprünglich eine Krone. Eigenes Foto auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Die Seitenaltäre wurden zusammen mit dem Hauptaltar gefertigt.

Barocke Engel am Seitenaltar, der Hauptaltar ist im Hintergrund zu erkennen. Eigenes Foto auf Wikimedia Commons, Lizenz: CC0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Der trabes doxalis (Ruhmesbalken, poutre de gloire) ist aus Holz, sieht aber aus, als sei er aus Metall. Er kann das Gewicht des Triumphkreuzes nicht tragen. Das Kreuz ist oben an der Decke aufgehängt.

Ruhmesbalken und Triumphkreuz. Eigenes Foto, Lizenz: CC0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Der Historiker erklärte uns auch die Bedeutung des Familienwappens. Genau wie Terry Pratchett es in Feet of Clay (Hohle Köpfe) schrieb, müssen die Leute, die sich diese debilen Wappen ausgedacht haben, an fortgeschrittener Humorlosigkeit gelitten haben. Das Wappen der Le Sens zeigt drei Weihrauchpötte, denn “der Weihrauch” heißt auf Französisch l’encens, was sich ungefähr genauso spricht wie Le Sens. Ich sag doch immer, alle französischen Worte klingen gleich, dieses Wappen ist ein Beweis. Ein sagenhaft humoriges Wortspiel, gell? Haben wir gelacht.

Drei Weihrauchpötte auf Fresse, denn rot heißt auch nicht “rouge” sondern “gueules” von “gueule”, Fresse, Maul, Rachen, Schnauze, Kanonenmündung und damit hätten wir auch wieder eins dieser tiefsinnigen Synonyme. Eigenes Foto, Lizenz: CC0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Ein besonders wertvoller Fund in der Kirche sind mehrere handgestickte Schärpen aus dem 19. Jahrhundert, die der ehemaligen Confrérie de Charité (Bruderschaft der Barmherzigkeit) von Morsan gehörten. Sie zeigen naive Motive, und sind deshalb nur umso wertvoller. Im 19. Jahrhundert wurden die Schärpen normalerweise maschinell mit stereotypen Motiven bestickt. Sie sind zwar noch nicht denkmalgeschützt, werden diesen Status aber garantiert noch erhalten.

Steif, etwas beschädigt und verbogen, weigerten sich die Schärpen standhaft, sich vernünftig fotografieren zu lassen. Eigenes Foto, Lizenz: CC0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Handgestickte Schärpe von 1834. Eigenes Foto, Lizenz: CC0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Sargtuch der Confrérie de charité von 1908. Eigenes Foto, Lizenz: C0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Die liturgischen Gewänder des Priesters wurden aus abgelegten Kleidern der Marquise geschneidert. Der ursprüngliche Volksaltar der Kirche wurde während der Französischen Revolution zerstört. Es wurde nie ein neuer Volksaltar gebaut. Genutzt wird heute ein Provisorium aus rohen Steinen, das mit liturgischen Gewändern, denen man deutlich ansieht, dass sie einmal Kleider der Marquise waren, notdürftig verhüllt ist.

Volksaltar, einmal wirklich volksnah. Eigenes Foto, Lizenz: C0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Hier sieht man die Vorlagen noch ganz gut. Das gab einen sehr blumigen Priester. Liturgische Gewänder aus dem 18. Jahrhundert (?). Eigenes Foto, Lizenz: CC0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Wandlungsglocke, Altarschelle. Eigenes Foto, Lizenz: C0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

An der litre seigneuriale (Trauerband) hat sich noch nicht viel getan, aber an zwei Stellen sieht man das Wappen der Le Sens unter der Tünche durchschimmern.

Da lugt das Wappen unter der Farbe hervor. Eigenes Foto, Lizenz: CC0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Die Fenster sind leider nicht so schön. Die schlichten Fenster sehen ganz gut aus, aber die aus dem 19. Jahrhundert, mit romantischen Motiven, sind einfach nicht wirklich geschmackvoll.

Pietà. Mariä Herz von sieben Dolchen durchbohrt. Bei aller Liebe, das geht mir zu weit. Eigenes Foto, Lizenz: CC0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Dieses sieht zwar etwas besser aus, aber trotzdem bekomme ich bei der goldenen Dusche der Verkündigung keine besinnlichen Gedanken. Vielleicht ist es auch mein Fehler, keine Ahnung. Eigenes Foto, Lizenz: CC0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Das dritte Fenster sieht noch am besten aus, ich weiß aber nicht, was es darstellt. Eigenes Foto, Lizenz: C0/ Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication

Nach dem Vortrag trafen wir uns alle draußen auf den unhistorischen Bänken und schwatzten. Monsieur C. riss wieder einige Witze und versuchte mich unbedingt mit dem Künstler bekannt zu machen. Der sah komplett abgerissen und unglaublich dünn aus. Wahrscheinlich gehört sich das so für hiesige Künstler. Dann wanderten wir weiter zu anderen Denkmalen.

Kleines Fenster an der Westseite. Es stammt aus dem 13. Jahrhundert. Lizenz: CC by SA/ Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported


CC0


To the extent possible under law,

stanzebla

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Tage des offenen Denkmals 2012

Am 14. July 2012 traf ich einen Historiker, der gerade seinen Vortrag und das Innere der Kirche de la Trinité von Morsan für die Tage des offenen Denkmals 2012 vorbereitete. Er erzählte mir totalen Mist über den letzten Marquis Le Sens de Morsan. Er sagte, die Preussen haben das Schloss zerstört, es stamme aus dem 19. Jahrhundert und daher sei der Marquis vor Kummer einsam in Paris gestorben. Blödsinn! Wahr ist, dass der Hauptteil des Schlosses aus dem 18. jahrhundert stammt, es wurde im 19. Jahrhundert nur eine kleine Ecke angesengt, und hinterher musste eine neue Treppe eingesetzt werden. Bei der Gelegenheit ließ der Marquis noch Parkett im Erdgeschoss verlegen. Das wars und das hat den Marquis nicht ruiniert. Was ihn ruiniert hat waren die zahlreichen Bälle, Feiern, Jagdgesellschaften und Spielrunden, die der Marquis veranstaltet hat. Er warf sein Geld mit beiden Händen zum Fenster raus und war deshalb, in den 1930er Jahren ruiniert. Da war er aber schon recht alt. Immerhin hatte er viel Spaß in seinem Leben (so der Kommentar von meinem Lieblingsnachbarn). In den 30ern musste er jedenfalls alles verkaufen. Er besaß 100 Hektar Land und verkaufte sie für ein Appel und ein Ei. Er verkaufte auch die Möbel aus dem Schloss. Der Vater meines Lieblingsnachbarn kaufte damals eine Truhe, sehr preiswert. Nach dem Krieg machten die Käufer des Ackerlandes ein unheimliches Geschäft. Und ja, da der Marquis keine Familie hatte, starb er verarmt und allein in Paris.

Jedenfalls gibt es am 15. und 16. September Tage des offenen Denkmals in der Kirche von Morsan. In der auch ein paar Le Sens begraben liegen. Es gibt einen unrichtigen Vortrag zu hören, aber sehr schöne richtige Sachen zu sehen. Und da die Kirche nur einmal alle neun Jahre offen ist, eine gute Gelegenheit.