Das Weiße Schloss in der Normandie

Baroque portal at the road, own photo, licence: CC Attribution-NonCommercial-NoDerivs 3.0 Unported (CC BY-NC-ND 3.0)

Allgemeines

Das Schloss hat 3 Badezimmer, 5 Schlafzimmer, 1 Küche, 1 Waschküche, 1 Esszimmer im Souterrain (ehemalige Küche mit großem Kamin), 1 Esszimmer im 2. Stock, 1 Salon, 1 Musikzimmer, 4 kleine Eckzimmerchen und einen Weinkeller. Das Schloss hat natürlich fließend Wasser und Strom. Es verfügt über eine Öl-Zentralheizung und hat Telefonanschluss.

Außer dem Schloss gibt es ein Häuschen für Angestellte, einen Holzschuppen, 3 Ställe (16. Jahrhundert) und zwei Türme (15. Jahrhundert).

Das Grundstück ist etwa 4 Hektar groß.

Die Möbel in der alten Küche im Souterrain sind im Preis inbegriffen. Die anderen Möbel kann man zum Teil erwerben, das ist aber nicht im Preis inbegriffen.

Der Erbauer und seine Familie

Erbaut wurde das ursprüngliche Wohngebäude von Philémon Le Sens, Seigneur von Tracy, Coudray, M. und Folleville. Er heiratete 1588 und wurde 1610 Gouverneur von B.. Also kann man sich denken, dass es etwa in dieser Zeit erbaut wurde. Es war damals sein Hauptwohnsitz. Das war zur Zeit von Henri IV (1553-1610).

Spätere Le Sens hatten ihren Hauptwohnsitz in Paris und nutzten das Schlösschen für Urlaub, Jagd und um mal mit ihrer Frau oder einer anderen Frau allein zu sein. Es verfügt über geheimnisvolle, hinter der Täfelung versteckte Gänge vom Erdgeschoss in den ersten Stock und von einem Boudoir in den Eingangsraum.

Beschaulich, amourös und amüsant verlief das Leben der Le Sens bis Abdon-Thomas Le Sens 1793 wegen der französischen Revolution in B. in den Knast wanderte. Damals kam das Schloss unter Zwangsverwaltung und wurde geplündert. Abdon-Thomas bekam das geplünderte Schloss nach der Revolution zurück und starb 1800 in Paris.

Sein Enkel wohnte nach 1845 wieder in M. und restaurierte das Schloss teilweise. Aber 1871 (Krieg 70/71) wurde das Schloss wieder geplündert, diesmal von den Preußen. Der letzte Marquis de M. starb 1929 verarmt in Paris. Er hatte sein Geld verspielt und verfeiert, behauptete aber, dass die Preußen an seinem Unglück schuld seien. Er verkaufte seinen Landbesitz nach dem Ersten Weltkrieg häppchenweise für einen Appel und ein Ei und schließlich verkaufte er sogar seine Möbel. Soviel zu den Le Sens.

Architektur

Damals war es so: Die Straße aus M. führte direkt zum riesigen Vorhof.
Heute sind vom Vorhof nur noch die vier Nebengebäude erhalten, der Vorhof selbst ist unsere Schafweide. Die Nebengebäude sind aus Back-und Sandstein erbaut (weiß und rot) und markieren die Ecken des Vorhofs. An der Straße liegen die alte Conciergerie (wo heute die Nachbarin wohnt) und eine Scheune, die eventuell zuvor als seigneuriale Kapelle genutzt wurde. Auf der anderen Seite des Vorhofs liegen ein großer Schuppen und ein Pferdestall.

Die Chaussée führt dann weiter zwischen zwei gemauerten Gräben hindurch, die von hervorstehenden Türmen flankiert werden. Die Türme sollen den Eindruck vermitteln es handele sich um eine Burg. An dem Durchgang stehen zwei Konsolen die mit steinernen Blumentöpfen besetzt sind. Der Graben war wahrscheinlich nie mit Wasser gefüllt.

Dann folgt der Cour D’honneur (Hof der Ehre, Empfangshof) wo das Schloss steht. Es ist einfach im Aufbau. Nord- und Südfassade sind halbrund angelegt. An der Südseite steht ein Bassin, das in der Achse der lateralen Fassade plaziert ist. Die Nordfassade wurde bis 1827 nicht fertig gebaut. Zu den älteren unter Philémon gebauten Teilen gehören: das Hauptgebäude, die Wassergräben, die Türme, die Krone der Konsolen und die bleiernen Turmspitzen (alles im Stile Henri IV.). Die Türme zeichnen sich durch eine architektonische Besonderheit aus, sie verfügen über Kamine in jedem Stockwerk. Die Kamine sind gestaffelt eingebaut.

Der vierte Marquis de M., Auguste Le Sens, war mit dem Künstlermilieu des Hofes verbunden, aber durch seine Heirat und seinen Parlamentssitz in Rouen an die Normandie gebunden. Er ließ die Nord- und Südfassade um 1750 neu- oder umgestalten. Die südliche Seite wurde vom Architekten Ange-Jacques Gabriel (1698-1782) entworfen. Sie bietet einen ungewöhnlichen Anblick, der an Folies Chères (was soviel heißt wie “Wahnsinnige der Liebe”) erinnert. Sie ist drei Etagen hoch und 5 Fensterreihen breit. An der obersten Etage wurde im 19. Jahrhundert eine Dachrinne angebracht.

Ein gleichmäßig gerundeter Vorbau vereinigt die drei mittleren Fensterreihen unter einem riesigen Dachfenster-Giebelfeld mit zwei hohen Fenstern. Das Skulpturenmotiv unter dem Giebel zeigt einen jungen Faun, der einen Ziegenbock reitet, umgeben von dekorativem Laubwerk.

Die Ostfassade war vor dem Wind geschützt, deshalb sind ihre schönen handgefertigten Schlusssteine, die mit asymetrischen Motiven aus der Zeit Louis XV (1710-1774) behauen sind, erhalten geblieben.

Der Türsturz des Eingangs wird von einer steinernen Maske geschmückt. Die Anmut der kleinen ausgesägten, geformten Holzteile der Wandverkleidung des Vorraums ist ein Zeichen für deren Qualität. Der Vorraum wird von zwei kleinen Boudoirs flankiert. Dahinter liegt der große Salon. Die hölzerne Wandverkleidungen mit originalen Motiven, ist mit kleinen geflügelten Amoretten verziert, die mit Vögeln spielen oder Reben ernten. Dieser große Salon weist zum Park. Das anschließende Musikzimmer ist zum alten Hof D’honneur hin gerichtet. Beide Räume sind von den aktuellen Besitzern prachtvoll eingerichtet. Im Musikzimmer stehen Louis XVI (1754-1792) Pilaster, verziert mit korinthischen Kapitellen und goldenen Hervorhebungen.

Die im Norden angebrachte Treppe wurde im 19.Jh. konstruiert. Sie ersetzte die alte Treppe, die im Deutsch-Französischen Krieg durch einen Brand zerstört worden war.

Heute wird das Schloss von den Bewohnern der umliegenden Dörfer „das weiße Schloss“ genannt, weil es aus sehr ungewöhnlichem Loire-Sandstein erbaut ist.

Infrastruktur

Das Schloss liegt 10 Kilometer nördlich von Bernay (10 635 Einwohner) und 10 Kilometer westlich von Brionne (4329), am westlichen Rand des Départements Eure in der Haute-Normandie. Es ist etwa 50 Kilometer von Deauville entfernt.

In Bernay gibt es einen Bahnhof. Es fahren alle anderthalb Stunden Züge nach Paris Saint Lazare und Caen. Die Fahrt nach Paris dauert ebenfalls anderthalb Stunden.

Das Dorf selbst ist eine eigenständige Gemeinde mit Bürgermeister, es gibt dort aber keine Geschäfte. Giverville liegt 2 Kilometer entfernt, und dort gibt es eine Bar mit Zeitungs- und Tabaksverkauf, einen Bäcker, einen Gemischtwarenladen, eine Post und eine Autowerkstatt. Der Gemischtwarenladen hat Sonntags geöffnet. Giverville ist sogar durch einen Spaziergang zu erreichen.

Der nächste Kindergarten (école maternelle) ist 6,5 Kilometer entfernt in Saint-Pierre de Salerne, die nächste Grundschule
(école élémentaire) 3 Kilometer entfernt in Giverville, die nächste Primarschule (école primaire) 3 Kilometer entfernt in Berthouville.

In Brionne gibt es einen Kindergarten, eine Grundschule, eine private Primarschule, ein Collège (Sekundarstufe I, bis 10. Schuljahr), und ein Berufskolleg (Lycée professionnel, bis 12. oder 13. Klasse, Fachabitur oder Abitur).

In Bernay gibt es alle Sorten von Schulen, sogar 3 Collèges und 4 Gymnasien (Lycée) von drei verschiedenen Lycéearten.

Oramentales Wappenrelief an der Ostfassade im Sommer 2010, eigenes Foto, Lizenz: CC by-nc-nd/ Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0

Wappenrelief an der Ostfassade im Sommer 2010, eigenes Foto, Lizenz: CC by-nd-nc/Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0

Wappenrelief an der Ostfassade im Sommer 2010, eigenes Foto: Lizenz: CC by-nc-nd/ Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0

Südwestfassade im Herbst 2010, eigenes Foto, Lizenz: CC by-nc-nd/ Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported License

Nordwestseite des Schlosses 2008, eigenes Foto, Lizenz: alle Rechte vorbehalten

Nordwestseite des Schlosses 2008, eigenes Foto, Lizenz: alle Rechte vorbehalten

Nordostseite

Nordostseite, im Vordergrund ein Stapel Feuerholz, das Schloss steht hinter den majestätischen Bäumen. Eigenes Foto, Lizenz: alle Rechte vorbehalten.

Friedhof der Kuscheltiere

Hundefriedhof aus dem 19. Jahrhundert, eigenes Foto, Lizenz: alle Rechte vorbehalten

Lagerschuppen auf der Weide, mit Gegend, Herbst 2010, eigenes Foto, Lizenz: CC by-nc-nd/ Creative Commons Namensnennung-NichtKommerziell-KeineBearbeitung 3.0 Unported License

der Stall in dem die Schafe pennen

Eine der vier Stallungen, eigenes Foto, Lizenz: alle Rechte vorbehalten

Blick aus einem Fenster im ersten Stock auf den Pool. Eigenes Foto, Lizenz: alle Rechte vorbehalten

Blick aus einem Fenster im ersten Stock auf das Bassin mit der Statue. Eigenes Foto, Lizenz: alle Rechte vorbehalten

Stall und Nordturm, eigenes Foto, Lizenz: alle Rechte vorbehalten

Stall und Nordturm, eigenes Foto, Lizenz: alle Rechte vorbehalten

Südturm im Herbst 2009, eigenes Foto, alle Rechte vorbehalten

Südturm im Herbst 2009, eigenes Foto, alle Rechte vorbehalten

Tor ohne Zaun, eigenes Foto, Lizenz: CC by

Tor ohne Zaun auf der Weide, im Hintergrund sieht man das Haus der Nachbarin, das früher der vierte Eckstall gewesen ist. Eigenes Foto, Lizenz: CC by

Ausschnitt des Katasterplans, sowei ich weiss sind die eh ¨ffentlich, ich hab da zwar was für bezahlt, das ist aber nur dafür, dass sie es ausgedruckt haben, also public domain/gemeinfrei

Ausschnitt des Katasterplans, soweit ich weiss sind die eh öffentlich, ich hab da zwar was für bezahlt, das ist aber nur dafür, dass sie es ausgedruckt haben, also public domain/gemeinfrei

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Das Weiße Schloss in der Normandie von stanze, stanzebla, Stanzilla steht unter einer Creative Commons Namensnennung-Keine kommerzielle Nutzung-Keine Bearbeitung 3.0 Deutschland Lizenz.
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